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Medizin

Weltweit fast jede zweite Schwangerschaft ungeplant

Dienstag, 6. März 2018

/interstid, stockadobecom

New York – Weltweit werden jedes Jahr fast 100 Millionen Frauen ungewollt schwanger. Eine Studie in Lancet Global Health (2018; doi: 10.1016/S2214-109X(18)30029-9) gibt den Anteil der ungewollten an allen Schwangerschaften mit 44 % an. Mehr als die Hälfte der ungewollten Schwangerschaften werden vorzeitig beendet.

Wenn die Berechnungen von Jonathan Bearak vom Guttmacher Institute in New York, das als Non-Profit-Organisation Studien zur Familienplanung durchführt, stimmen, dann hat es in den Jahren 2010 bis 2014 weltweit jeweils 99,1 Millionen ungewollter Schwangerschaften gegeben. Am häufigsten sind sie in der Karibik, wo auf 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter jährlich 116 ungewollte Schwangerschaften kamen, in Afrika waren es 112. In Nordeuropa gab es zuletzt nur 27 Schwangerschaften auf 1.000 Frauen im gebärfähigen Alter, in Westeuropa waren es 28.

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Das bedeutet nicht unbedingt, dass Frauen in Europa umsichtiger sind. Die Unter­schiede sind in erster Linie auf die höhere Geburtenrate in der Karibik und Afrika zurückzuführen. Der Anteil der ungewollten an allen Schwangerschaften unterscheidet sich nur wenig. Auch in den entwickelten Regionen der Erde sind 46 % aller Schwan­ger­schaften ungewollt. In den Entwicklungsländern waren es zuletzt 43 %. Aus dem Rahmen fällt hier Lateinamerika, wo 69 % aller Schwangerschaften ungewollt sind.

In Lateinamerika bedeutet dies gegenüber den 1990er-Jahren einen Anstieg um 10 Prozentpunkte. In den entwickelten Ländern gab es im gleichen Zeitraum einen Rückgang um 8 Prozentpunkte. Ob dies eine Folge einer verbesserten Aufklärung oder eines bewussteren Umgangs mit der Sexualität ist, kann die Studie nicht klären.

Der Anteil der ungewollten Schwangerschaften, die vorzeitig beendet werden, ist hoch. Er liegt laut Bearak in den entwickelten Ländern bei 59 % und in den unterentwickelten Ländern bei 55 %. Die Gesetzgebung hat nur einen begrenzten Einfluss auf die Rate der induzierten Aborte. In Ländern, in denen Schwangerschafts­abbrüche strikt verboten oder nur bei Lebensgefahr für die Mutter erlaubt sind, liegt der Anteil der ungewollten Schwangerschaften, die absichtlich beendet werden, bei 48 %. In den Ländern ohne Verbote sind es nach den Berechnungen von Bearak 69 %. 

Ungewollte Schwangerschaften sind nicht nur von medizinischem Interesse, weil illegale Schwangerschaftsabbrüche häufig die Gesundheit der Frauen gefährden. Auch die Kinder, die nach einer ungewollten Schwangerschaft geboren werden, erleiden Nachteile. So kam in einer US-Studie zu dem Ergebnis, das Mütter ihre ungewollten Kinder seltener stillen. © rme/aerzteblatt.de

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