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Medizin

Calciumpräparate könnten Risiko für Dickdarmpolypen erhöhen

Donnerstag, 8. März 2018

/Michael Tieck, stockadobecom

Chapel Hill – Calciumpräparate, die mit oder ohne Vitamin D eingenommen werden, könnten das Risiko für bestimmte Dickdarmpolypen erhöhen. Das berichten Wissenschaftler der Division of Gastroenterology and Hepatology der University of North Carolina School of Medicine, Chapel Hill, im Fachmagazin Gut (2018; doi: 10.1136/gutjnl-2017-315242). 

Polypen gibt es bekanntlich in verschiedenen Formen und Größen, diese Studie konzentrierte sich speziell auf das Risiko für gezackte Polypen, die weniger häufig sind als adenomatöse Polypen, aber laut den Autoren wahrscheinlich das gleiche Risiko haben, sich zu Krebs zu entwickeln.

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Die Wissenschaftler analysierten die Ergebnisse einer US-Studie, an der über 2.000 Patienten im Alter zwischen 45 und 75 Jahren teilnahmen, die eine Vorgeschichte mit Polypen hatten und in 3 bis 5 Jahren eine Kontrollkoloskopie erhalten sollten. Patienten wurden ausgeschlossen, wenn sie eine Familiengeschichte mit Darmkrebs oder entzündliche Darm­er­krank­ungen hatten.

Mehrere Faktoren wurden bereits zu Beginn der Studie berücksichtigt, darunter Geschlecht, Ernährung, Gewicht (BMI) und die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip in Gruppen aufgeteilt, um entweder täglich Calciumpräparate, täglich Vitamin-D-Präparate, beides oder aber keines von beiden bis zur Koloskopie zu erhalten. Die Forscher erfassten auch Effekte 3 bis 5 Jahre nach Beendigung der Behandlung mittels einer weiteren Koloskopie.

Während der Behandlungsphase beobachteten die Wissenschaftler keine Wirkung von Calcium oder Vitamin D auf die Ausbildung von gezackten Polypen. In der späteren Beobachtungsphase, also 6 bis 10 Jahre nach Behandlungsbeginn, fanden die Forscher jedoch bei Patienten, die Calcium allein einnahmen, und bei Patienten, die eine Kombination aus Calcium und Vitamin D einnahmen, ein erhöhtes Risiko für gezackte Polypen.

Es gab Hinweise darauf, dass Frauen und Raucher ein höheres Risiko hatten, wenn sie Calciumpräparaten ausgesetzt waren, aber die  Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen Vitamin D allein und dem Risiko von gezackten Polypen. Die Ergebnisse deuten laut den Wissenschaftlern nur auf eine Assoziation mit Calcium-Ergänzungen hin, nicht mit diätetischem Calcium.

Die Forscher empfehlen weitere Studien zum Thema, aber wenn Calcium und seine Kombination mit Vitamin D wirklich mit einem erhöhten Risiko für gezackte Polypen verbunden sei, „hat dies wichtige Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit“, so ihr Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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