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Hohe Nachfrage nach Dresdener Protonentherapie

Dienstag, 6. März 2018

Behandlungseinheit für die Protonentherapie im Uniklinikum Dresden /dpa

Dresden – Wegen der starken Nachfrage will das Zentrum der Universitäts ProtonenTherapie Dresden (UPTD) seine Therapiezeiten erweitern. Wie das UPTD bekanntgab, wurden allein im vergangenen Jahr rund 200 Patienten behandelt. Insgesamt sind es seit Behandlungsbeginn Ende 2014 rund 500. Außerdem kündigte die Universitätsmedizin an, mithilfe neuer Strahlentechniken zusätzliche Tumorarten zu behandeln.

Mehr als 30 Ärzte, Physiker, medizinische Fachangestellte sowie technische Assistenten sind an der Versorgung der Patienten in der UPTD beteiligt. Das Zentrum arbeitet eng mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf zusammen. „Dadurch verzahnen wir die medizinische, naturwissenschaftliche und technologieorientierte Forschung noch enger als bisher, was den Patienten unmittelbar zugutekommt“, erklärte Michael Albrecht, medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden.

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„Im ersten Schritt geht es darum zu untersuchen, ob mit der Protonentherapie die kurz- und langfristigen Nebenwirkungen reduziert werden können. Daher werden nahezu alle Patienten, die eine Protonentherapie erhalten, im Rahmen von Studien bestrahlt“, erklärt die UPTD-Direktorin Mechthild Krause. Die therapiebedingten Nebenwirkungen werten die Wissenschaftler beispielsweise bei allen mit Protonen bestrahlten Hirn­tumor­patienten aus und vergleichen sie mit den Patienten, die eine Photonentherapie erhielten.

Seit 2014 baute die UPTD die Zahl der Behandlungen und die Bandbreite der dabei bestrahlten Tumore schrittweise aus. Neben dem seit Anfang der Behandlung am UPTD verfügbaren Double Scattering, bei dem die Protonenstrahlen durch eine massive Blende und einen optischen Diffusor auf die Gegebenheiten des Tumors ausgerichtet werden, wird seit einiger Zeit auch das Pencil-Beam-Scanning als weitere Applika­tionsform angewendet. Bei dieser Technik fährt ein feiner Protonenstrahl das Krebsgewebe wie ein Bleistift zeilenweise ab, sodass sich größere Bereiche und irregulär geformte Volumina bestrahlen lassen.

„Das kommt nicht nur Patienten mit großen Tumoren zugute, sondern auch solchen, bei denen den Tumor umgebendes Gewebe, wie zum Beispiel Lymphknoten und -gefäße, vorbeugend bestrahlt werden“, hieß es aus dem Zentrum. Mit dieser Technik will das Team der UPTD künftig mehr Patienten behandeln, die unter Tumoren im Bereich von Kopf und Hals leiden. Das sind unter anderem Kinder, die an einem Medulloblastom erkrankt sind, einem Tumor, der vom Kleinhirn ausgeht und unkontrolliert in das ihn umgebende Gewebe hineinwächst.

Informationen zur Protonentherapie gibt das UPTD in einer Hotline, die Ärzten und Patienten offen steht. „Gern stehen wir für eine Zweitmeinung zur Verfügung, wenn aus welchem Grund auch immer Fachkollegen eine Strahlentherapie nicht mehr in Erwägung ziehen“, sagte die für die Hotline verantwortliche Strahlentherapeutin Esther Troost. In der Regel kann die stellvertretende Direktorin der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Anfragen innerhalb von 24 Stunden beantworten, hieß es. © hil/aerzteblatt.de

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