NewsPolitikPflegebedürftigkeits­begriff schafft zusätzliche Personalstellen in der Pflege
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pflegebedürftigkeits­begriff schafft zusätzliche Personalstellen in der Pflege

Mittwoch, 7. März 2018

/Peter Atkins, stock.adobe.com

Berlin – Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff, der durch das 2. Pflegestärkungsgesetz eingeführt worden ist, verbessert schrittweise die Personal­ausstattung in der stationären Pflege. Darauf hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) jetzt hingewiesen. Demnach sind in sieben Bundesländern – Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen – hochgerechnet rund 10.380 zusätzliche Vollzeitstellen vereinbart worden. Für die anderen Länder ist eine solche Hochrechnung laut BMG noch nicht möglich, hieß es.

Hintergrund ist, dass stationäre Pflegeeinrichtungen, Sozialhilfeträger und Pflegekassen sowie die Verbände auf Landesebene mit der Reform die jeweiligen Pflegesatzvereinbarungen auf die parallel eingeführten fünf Pflegegrade und die neuen Leistungsbeträge neu ausrichten mussten. Dabei hatten sie insbesondere die Personal­struktur und die Personalschlüssel zu prüfen, wie das BMG auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes (DÄ) erläuterte. Nach dem Ministerium vorliegenden Informationen des GKV-Spitzenverbands sei es oftmals gelungen, bessere Personalschlüssel zu vereinbaren.

Zahl der Betreuungskräfte stark angewachsen

Konkret sind demnach für acht Länder – Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein – landesweite Personalrichtwerte oder -korridore vereinbart worden. In acht weiteren Ländern – Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – seien die Personalschlüssel zunächst einrichtungsindividuell festgelegt worden. „Auch hier konnten Verbesserungen in der Personalausstattung verschiedentlich erzielt werden. Durch die Rahmenvertragspartner in den Ländern ist vorgesehen, aus diesen individuellen Vereinbarungen in einem weiteren Schritt wieder landesweite Vorgaben zu entwickeln“, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

Anzeige

Zudem sind nach Berechnungen des BMG in den stationären Pflegeeinrichtungen bereits rund 60.000 zusätzliche Betreuungskräfte beschäftigt, die vollständig von der Pflegeversicherung finanziert werden. Damit habe sich diese Zahl seit 2013 mehr als verdoppelt. Damals seien es 28.000 gewesen, wie das Ministerium mit Verweis auf die Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes erklärte.

Grund für den deutlichen Anstieg sei, dass durch die Pflegestärkungsgesetze zum 1. Januar 2015 das Verhältnis von Betreuungskraft und Pflegebedürftigen von 1 zu 24 auf 1 zu 20 verbessert worden sei. Zudem kämen Betreuungskräfte seitdem allen Pflegebedürftigen mit und ohne eingeschränkte Alltagskompetenz zugute. Vorher galt das nur für Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz.

Aufgabe der Betreuungskräfte ist es unter anderem in enger Kooperation mit den Pflegekräften bei alltäglichen Aktivitäten wie Spaziergängen, Gesellschaftsspielen, Lesen, Basteln zu begleiten und zu unterstützen. „Diese Kräfte sorgen damit für Verbesserungen im Pflegealltag und leisten in ihrem Aufgabenbereich eine verlässliche Unterstützung für die Arbeit der Pflegekräfte“, erklärte das BMG.

© may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18. Juli 2018
Passau – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will im Kampf gegen den Pflegenotstand auch mehr Nichtpflegefachkräfte einsetzen und dies von der Pflegeversicherung bezahlen lassen. „Wir wollen
Spahn will Leistungen aus Pflegeversicherung für Betreuungsdienste öffnen
28. Juni 2018
Potsdam – Brandenburg startet eine Bundesratsinitiative für bezahlbare Pflege. Vorgestern billigte das Kabinett in Potsdam einen entsprechenden Antrag von Sozialministerin Diana Golze (Linke). Er
Brandenburg startet Bundesratsinitiative für Pflegevollversicherung
13. Juni 2018
Berlin – Der Beitrag zur Pflegeversicherung soll zum 1. Januar 2019 um 0,3 Prozentpunkte steigen. Das erklärte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute in Berlin. Der Grund dafür sei ein
Beitrag zur Pflegeversicherung soll ab 2019 um 0,3 Prozentpunkte steigen
11. Juni 2018
Berlin – Der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, fordert eine grundlegende Finanzreform der gesetzlichen Pflegeversicherung. „Ohne mehr Geld geht es nicht, wenn wir den
Westerfellhaus schlägt Pflegebeiträge auf Kapitaleinkünfte vor
6. Juni 2018
Berlin – Die von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) angekündigte Erhöhung des Beitragssatzes für die Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkte ist aus Sicht des GKV-Spitzenverbands
Beitragssatzsteigerung für Pflegeversicherung zu niedrig angesetzt
5. Juni 2018
Berlin – Gesundheitsexperten sehen die teilweise stark steigenden Eigenanteile in der Heimpflege mit Sorge. Das zeigte eine öffentliche Anhörung des Gesundheitsausschusses des Bundestags über einen
Debatte über hohe Kosten in der Heimpflege
22. Mai 2018
Berlin – Die Gewerkschaften warnen vor einer vorschnellen Erhöhung des Pflegebeitrags. „Bevor jetzt Beiträge angehoben werden, sollte als erstes eine Kostenschätzung sämtlicher Vorhaben in der Pflege,
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER