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Politik

Balneophototherapie steht wieder auf der Agenda des G-BA

Dienstag, 6. März 2018

/dpa

München/Berlin – Nach einer rund 20-jährigen Historie steht jetzt die Balneo­photo­therapie beim Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA) wieder zur Bewertung an. Es geht darum, ob eine Version des Verfahrens auch zur Behandlung des atopischen Ekzems – der Neurodermitis – in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) aufgenommen werden soll.

Hintergrund ist der Abschluss eines Modellprojektes zur synchronen Balneophoto­therapie. Projektpartner waren die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns gemein­sam mit mehreren Krankenkassen – der AOK Bayern, dem BKK-Landesverband Bayern, der Knappschaft und der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau – sowie einem Industriepartner.

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Projekt evaluiert

Wissenschaftler der Ludwig-Maximilians-Universität München hatten das Modell­projekt evaluiert und ihren Abschlussbericht kürzlich an den G-BA gesandt, verbunden mit der Empfehlung der Projektpartner, das Verfahren auch zur Behandlung des atopischen Ekzems in den GKV-Leistungskatalog aufzunehmen. Der G-BA hat daraufhin in seiner Februarsitzung die Wiederaufnahme des Bewertungsverfahrens zur synchro­nen Balneophototherapie bei atopischem Ekzem beschlossen.

Die Projektpartner des nun abgeschlossenen bayerischen Modellvorhabens halten die Aussichten dafür, dass das Verfahren Kassenleistung wird, für gut, „da die Ergebnisse sehr vielversprechend waren“, wie es aus der Projektgruppe hieß.

Die synchrone Balneophototherapie besteht aus einer Kombinationsbehandlung von Wannenbädern in Solelösung mit Salz aus dem Toten Meer und gleichzeitiger („synchroner“) Lichtbestrahlung, die dem therapiewirksamen natürlichen Teil des Sonnenlichts nachempfunden ist. Seit 2008 gehört die synchrone Balneophototherapie zur Behandlung von Hauterkrankungen für Patienten mit mittelschwerer und schwerer Psoriasis vulgaris zum Leistungskatalog der GKV.

Der AOK-Bundesverband hatte ursprünglich – konkret am 26. Mai 1998 – den Antrag gestellt, das Verfahren in den GKV-Leistungskatalog zu übernehmen. Es erfolgte ein Modellversuch im Rahmen einer Phase-3-Studie von 2001 bis 2004. Der Abschluss­bericht wurde 2005 erstellt und dem G-BA zur Beratung vorgelegt. Der G-BA hat mit Beschluss vom 13. März 2008 das Verfahren bei schwerer und mittelschwerer Psoriasis in den Leistungskatalog aufgenommen, den Beschluss zur Anwendung beim atopischem Ekzem aber für drei Jahre ausgesetzt. Der Beschluss ist am 1. Juli 2008 in Kraft getreten.

Die KV Bayerns hat daraufhin ab April 2010 ein Modellvorhaben zur ambulanten synchronen Balneophototherapie beim atopischen Ekzem durchgeführt. Die Datenerhebung endete im September 2013. Der Abschlussbericht wurde Ende 2017 dem G-BA zugestellt. Bis eine Entscheidung fällt, dürfte es aber noch dauern. Laut Zeitplan des G-BA soll ein Beschluss im Jahr 2021 fallen. © hil/aerzteblatt.de

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