NewsMedizinErfolgreiche Nieren­transplantation mit Hepatitis C infizierter Organspende
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Erfolgreiche Nieren­transplantation mit Hepatitis C infizierter Organspende

Mittwoch, 7. März 2018

/dpa

Baltimore – Eine Behandlung mit direkt antiviralen Medikamenten (DAA) kann die Empfänger von Organen infizierter Spender vor einer Hepatitis C schützen. Dies zeigen die Ergebnisse einer Pilotstudie in den Annals of Internal Medicine (2018; doi: 10.7326/M17-2871).

Eine Hepatitis-C-Infektion ist derzeit ein Ausschlusskriterium für eine Organspende an Menschen, die nicht mit Hepatitis C infiziert sind. In den USA gehen aus diesem Grund (nicht zuletzt wegen der Drogenepidemie) jedes Jahr die Nieren von etwa 500 Spendern verloren, was die Warteliste der Patienten verlängert. 

Anzeige

Die Einführung der direkt antiviralen Medikamente, die eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus in über 95 % innerhalb weniger Monate zur Ausheilung bringt, könnte diese Situation bald ändern.

An der Johns Hopkins University in Baltimore haben im Rahmen einer offenen Studie 10 Patienten ohne Aussicht auf eine Lebendspende jeweils eine Niere von einem mit Hepatitis C infizierten Spender erhalten. Die Empfänger waren im Durchschnitt 71 Jahre alt und seit durchschnittlich 4 Monaten auf der Warteliste für Transplantationen. 

Die transplantierten Nieren stammten von Spendern im Alter von 13 bis 50 Jahren, die positiv auf Hepatitis C getestet waren, aber keine Anzeichen einer Nierenerkrankung hatten.

Die Empfänger begannen unmittelbar vor der Transplantation eine Behandlung mit den beiden DAA Grazoprevir und Elbasvir, die sie nach der Operation noch über 12 Wochen fortsetzten. 3 Patienten nahmen aufgrund des in ihrem Spenderorgan gefundenen Hepatitis-Stamms zusätzlich das DAA Sofosbuvir ein.

Wie das Team um Niraj Desai jetzt berichtet, wurde bei 5 der Nierenempfänger nach der Operation niemals RNA des Hepatitis-C-Virus im Blut nachgewiesen. Bei den anderen 5 Patienten kam es nach der Operation vorübergehend zum Anstieg der Virus-RNA im Blut, die jedoch innerhalb weniger Tage oder einer Woche wieder verschwand. Bei keinem Patienten kam es nachweislich zu einer Infektion der Leber, obwohl bei einem ein vorübergehender Anstieg der Leberwerte beobachtet wurde.

Alle Patienten sind laut Desai 1 Jahr nach der Transplantation gesund und ohne Hinweise auf eine Hepatitis-C-Infektion. Sollten die Ergebnisse von anderen Zentren bestätigt werden, dürfte der Verwendung von Nieren mit Hepatitis C infizierter Spender nichts mehr im Weg stehen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

5. Dezember 2018
Paris/Berlin – Ärzte ohne Grenzen und fünf weitere Organisationen haben Berufung gegen die Entscheidung des Europäischen Patentamts (EPA) eingelegt, ein Patent des Pharmaunternehmens Gilead Science
Hilfsorganisationen fechten Entscheidung zu Hepatitis-C-Medikament an
23. November 2018
Donauwörth – Von der Ausbreitung von Hepatitis C in der Donau-Ries Klinik Donauwörth sind inzwischen 60 Patienten betroffen. Ein Narkosearzt soll sie bei Operationen in der Klinik mit der gefährlichen
Hepatitis-Infektionen an Donau-Ries Klinik gestiegen
21. November 2018
Köln – Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut, der Deutschen Aids-Hilfe, medizinischen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen ein
Hepatitis: Informationspaket für die ärztliche Praxis
15. November 2018
Köln – Die Frage, ob ein regelmäßiges Screening der Allgemeinbevölkerung oder einzelner Risikogruppen auf Hepatitis B und Hepatitis C sinnvoll ist oder nicht, muss mangels geeigneter Studien zum Thema
Nutzen von Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Screening unklar
1. November 2018
Donauwörth – Die Zahl der mit Hepatitis infizierten Patienten des Donauwörther Krankenhauses steigt weiter an. Mittlerweile gebe es bereits 38 Betroffene, teilte das Landratsamt Donau-Ries gestern
Zahl der Infizierten in Hepatitis-Skandal steigt weiter
30. Oktober 2018
Donauwörth – Nach dem Skandal um Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus gibt es inzwischen 29 betroffene Patienten. Dies teilte das Landratsamt Donau-Ries heute mit. Ein ehemaliger
Nach Hepatitisskandal bereits 29 Infizierte
26. Oktober 2018
Donauwörth – Die Zahl der festgestellten Hepatitis-C-Infektionen im Donauwörther Krankenhaus ist weiter angestiegen. Bis heute Mittag waren dem zuständigen Gesundheitsamt 23 Fälle bekannt. Ein
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER