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Medizin

Opioide bei Rücken- oder Arthroseschmerzen ohne Vorteile gegenüber anderen Schmerzmitteln

Mittwoch, 7. März 2018

/alexaphotoua, stockadobecom

Minneapolis/Minnesota – Opioide lindern Rücken- oder Arthroseschmerzen nicht besser als andere Analgetika. Dies zeigen die Ergebnisse einer randomisierten klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2018; 319: 872–882).

Die freizügige Verordnung von Opioiden hat in den USA viele Schmerzpatienten abhängig gemacht. Dabei trifft die verbreitete Annahme, dass Morphine Schmerzen generell besser lindern als andere Mittel, nicht immer zu.

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In der SPACE-Studie („Strategies for Prescribing Analgesics Comparative Effectiveness“) wurden 240 US-Veteranen, die seit mehr als 6 Monaten unter chronischen Rücken- oder Arthroseschmerzen in Knie oder Hüfte litten, auf 2 Behandlungsstrategien randomisiert.

In der Opioidstrategie erhielten die Patienten zuerst Morphin IR („immediate release“), eine Kombination aus Hydrocodon und Paracetamol oder Oxycodon IR. Wenn die erhoffte Wirkung ausblieb, wurde in Schritt 2 ein Retard-Morphin und in Schritt 3 transdermales Fentanyl verordnet. 

In der Nichtopioidstrategie wurde zunächst Paracetamol oder ein nichtsteroidales entzündungshemmendes Medikament (NSAID) verordnet. In Schritt 2 wurde ein adjuvantes orales Medikament (Nortriptylin, Amitriptylin, Gabapentin) hinzugefügt und eine topische Behandlung mit Analgetika (Capsaicin, Lidocain) versucht. Schritt 3 beinhaltete Arzneimittel wie Pregabalin oder Duloxetin, die eine Genehmigung benötigen, oder das Opiat Tramadol.

Primärer Endpunkt der Studie waren die funktionellen Einschränkungen durch die Schmerzen, der wichtigste sekundäre Endpunkt die Schmerzintensität (beides gemessen mit dem BPI-Fragebogen „Brief Pain Inventory“).

Doch die Erwartung, dass die Opiate die Schmerzen schneller lindern und die Patienten eher von den funktionellen Einschränkungen befreien, sollte sich nicht erfüllen. Wie Erin Krebs von der Veteranenbehörde in Minneapolis und Mitarbeiter mitteilen, wurden die Schmerzen unter der Nichtopioidstrategie sogar stärker gelindert: 63 von 120 Patienten berichteten von einem Rückgang der Schmerzintensität um mindestens 30 %. Unter der Opioidstrategie gelang dies nur bei 48 von 120 Patienten. Der Unterschied war, wenn auch nur knapp, statistisch signifikant. 

Die Opioidstrategie war mit mehr Nebenwirkungen verbunden und es kam häufiger zum Therapieabbruch. Der einzige Vorteil war ein Rückgang der Angstreaktionen, was durch die Wirkungsweise der Opioide erklärt werden kann, den Einsatz der Mittel bei Rücken- oder Arthroseschmerzen nach Ansicht von Erin jedoch keinesfalls rechtfertigt. © rme/aerzteblatt.de

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Allgäu Wanderer
am Donnerstag, 8. März 2018, 21:42

v.a. sollte man das riesige Abhängigkeitspotential beachten

über stark-wirksame Opioide geht Dr. Weigl in diesem Video ein https://www.youtube.com/watch?v=gY9kqWz5trE und nennt auch 3 Gefahren nämlich psychische, körperliche Abhängigkeiten und Toleranzentwicklungen. Gut auch zu verstehen warum welche Nebenwirkungen auftreten.
Practicus
am Mittwoch, 7. März 2018, 21:41

Leider

stehen Informationen zur Dosierung der Opioide nicht zur Verfügung. Die bisher veröffentlichten Studien zur Wirkung von Opioiden basieren auf unwirksam niedrigen Dosierungen (Tagesdosen von 10mg oralem Morphin). Zurzeit läuft eine unglaubliche Werbekampagne für das eher schwache Opioid Tapentadol mir dem Anspruch einer überlegenen Analgesie bei Lower Back Pain und Ischialgien.
Nach meiner Erfahrung ist bei chronischen Nichttumorschmerzen sublinguales Buprenorphin hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkungen (Vigilanz, Obstipation, Delirgefahr)in Dosen von 2x0.2mg bis 2x0.4mg überlegen wirksam.

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