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Politik

Streit um Schwangerschafts­abbrüche in Mecklen­burg-Vorpommern

Mittwoch, 7. März 2018

Schwerin – Die Tatsache, dass in Mecklenburg-Vorpommern 2017 jede sechste Schwangerschaft abgebrochen wurde, hat eine Diskussion in der Landespolitik entfacht. „Oft sind es finanzielle Notlagen infolge von Niedriglöhnen und prekärer Beschäftigung, die Frauen zwingen, einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen“, sagte heute die familienpolitische Sprecherin der Linken im Landtag, Jacqueline Bernhardt. Die Landesregierung dürfe die Augen nicht verschließen und müsse aktiv werden.

Ein Modellprojekt in zwei Regionen des Landes zur kostenfreien Abgabe von Verhütungsmitteln an Hartz-IV-Empfängerinnen in den Jahren 2014 und 2015 hatte ergeben: Gut die Hälfte der Teilnehmerinnen, die bis dahin auf Verhütungsmittel verzichtet hatten, tat dies, weil diese zu teuer waren.

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Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) stellte heraus, dass die Zahl der Schwanger­schafts­abbrüche in Mecklenburg-Vorpommern von 2016 zu 2017 um elf Prozent sank. Sie lobte die Arbeit der Schwangerschaftsberatungsstellen. Landesweit stünden 42 Beratungsstellen für die Schwangerschaftskonfliktberatung bereit. Drese appellierte an Frauen und auch Männer, die Angebote gerade im Krisenfall zu nutzen.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war 2017 mit 2.463 abgebrochenen Schwangerschaften in Mecklenburg-Vorpommern der niedrigste Stand seit mehr als 20 Jahren erreicht worden. Allerdings ist die Quote von 207 Abbrüchen je 1.000 Geburten die dritthöchste bundesweit. © dpa/aerzteblatt.de

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