NewsMedizinNeuer möglicher Therapieansatz für Multiple Sklerose
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Neuer möglicher Therapieansatz für Multiple Sklerose

Freitag, 9. März 2018

/Judith, stockadobecom

Mainz – Einen möglichen neuen Therapie-Ansatz für die Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) haben Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz entdeckt. Beteiligt waren außerdem Catherine Larochelle von der Universität Montreal sowie Mirko Schmidt und weitere Wissenschaftler vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK). Sie berichten über ihre Arbeit in der Fachzeitschrift Nature Communications (2018; doi: 10.1038/s41467-018-03186-z). 

Die Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose (MS) ist eine der häufigsten mit Behinderung einhergehende Erkrankung junger Erwachsener in den Industrienationen. T-Zellen wandern dabei über die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn ein und schädigen dort die Myelinschicht von Nervenfasern.

Anzeige

Die Wissenschaftler um Timo Uphaus und Frauke Zipp von der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz haben sich bei ihren Forschungen auf ein Protein namens „EGFL7“ konzentriert. Aus der Tumorforschung zu Mammakarzinomen ist bekannt, dass EGFL7 einen Einfluss auf die Einwanderung von Immunzellen in das Tumorgewebe hat.

Wie die Wissenschaftler im Rahmen ihrer Forschungen herausfanden, ist EGFL7 im Gefäßsystem von MS-Patienten hochreguliert, also zahlreich vorhanden. EGFL7 wird von Endothelzellen der Blut-Hirn-Schranke abgegeben. Es bewirkt, dass die Immunzellen im perivaskulären Raum festgehalten werden. Im nächsten Schritt beobachteten die Wissenschaftler im Modellversuch, dass durch die Anwendung von EGFL7 die Blut-Hirn-Schranke weniger durchlässig wurde. EGFL7 mindert also das verstärkte Eindringen von Immunzellen in das Zentralnervensystem und wirkte somit dem krankheitsauslösenden Mechanismus entgegen.

Die Wissenschaftler konnten diese experimentellen Ergebnisse in einem humanen Blut-Hirn-Schranken-Modell bestätigen: Ihre Untersuchungen zeigten in isolierten menschlichen Endothelzellen eine verminderte Migration von Immunzellen und dem Einfluss von EGFL7. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

17. September 2018
Boston – Das selektive Immunsuppressivum Fingolimod hat sich in einer randomisierten Studie auch bei Kindern und Jugendlichen mit Multiplen Sklerose (MS) als wirksam erwiesen. Seit 2011 ist es zur
Multiple Sklerose: Fingolimod auch bei Kindern und Jugendlichen effektiv
3. September 2018
Cleveland – Ein Wirkstoff, der in Asien zur Behandlung von Schwindel nach Schlaganfall und Asthma eingesetzt wird, hat in einer Phase-2-Studie im New England Journal of Medicine (2018; doi:
Asiatisches Asthmamedikament verlangsamt Hirnatrophie bei Multiple-Sklerose-Patienten
27. August 2018
Mainz – Von einem Ansatz für eine neue Therapieoption gegen Multiple Sklerose (MS) berichten Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz und des Transregio Sonderforschungsbereichs 128. Sie
Polysaccharidimpfstoff könnte Multiple-Sklerose-Erkrankung abschwächen
7. August 2018
Dresden – Die Sommerhitze kann die Beschwerden von Patienten mit einer Multiple Sklerose (MS) deutlich steigern. Sie fühlen sich zum Teil müder und benommener, klagen über eine Verstärkung ihrer
Sommerhitze kann Pseudoschübe bei Multipler Sklerose auslösen
2. August 2018
Köln – Patienten mit einer mittelschweren bis schweren Spastik aufgrund von Multipler Sklerose (MS), die nicht angemessen auf eine andere antispastische Arzneimitteltherapie angesprochen haben und die
IQWiG sieht Zusatznutzen von Cannabis sativa bei Spastik infolge von MS
9. Juli 2018
Berlin – Patienten mit Multiple Sklerose (MS) leiden häufig unter zum Teil schwerwiegenden Begleit- und Folgeerkrankungen. Dazu zählen unter anderem kognitive Einschränkungen, gesteigerte psychische
MS-Patienten deutlich anfälliger für psychische Erkrankungen
5. Juli 2018
Stockholm – Junge Menschen, die rauchen und beruflich mit Lösungsmitteln exponiert waren, hatten in einer Fall-Kontroll-Studie ein fünffach erhöhtes Risiko, an einer Multiplen Sklerose zu erkranken.

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER