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Medizin

CUP-Syndrom: Kriterien liefern Therapiekonzepte

Montag, 12. März 2018

Essen – Differenzierte Therapien können Onkologen Krebspatienten auch dann anbieten, wenn der Primärtumor bei der Diagnose nicht bekannt ist (cancer of unknown primary, CUP). Ausschlaggebend für die Therapiewahl ist, ob eine lokale oder weiter verbreitete Metastasierung stattgefunden hat. Die diagnostischen Algorithmen hierfür stellen Forscher vom Universitätsklinikum Essen in einer Übersichtsarbeit vor, die im Deutschen Ärzteblatt erschienen ist (Dtsch Arztebl Int 2018; 115 (10): 157-62).

In 2-4 % der Krebsdiagnosen handelt es sich um Tumore, die bereits metastasiert sind; der Ursprungsort ist nicht bekannt. Die kumulative Inzidenz des CUP-Syndroms ist damit vergleichbar mit der von häufigen Malignomen wie Magen- und Pankreas­karzinom.

Um den Primärtumor zu verorten helfen insbesondere zwei hybride Bildgebungs­verfahren: Die FDG-PET (2-Fluor-2-desoxy-D-glucose und Positronenemissions­tomographie) sowie die FDG-CT (Computertomographie). Aufwendige Verfahren, wie etwa die Immunhistochemie oder die molekulargenetische Diagnostik, werden dabei nur in ausgewählten Fällen eingesetzt.

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Zusammen mit einer klinischen Präsentation können Ärzte auf diesem Weg bei bis zu 40 % der CUP-Patienten einen Primarius nachweisen. Am häufigsten entstammen die Tumoren der Lunge, dem Pankreas, der Leber sowie dem Gallengangsystem.

Im nächsten Schritt muss der Arzt eine Therapie auswählen. Bei 15-25 % der CUP-Patienten handelt es sich um solitäre oder lokal auf die Lymphknoten beschränkte Metastasen. Hier kommen die Autoren der Studie anhand ihrer Literaturrecherche der vergangenen 10 Jahre zu dem Schluss, dass eine Resektion oder Strahlentherapie zum Einsatz kommen sollte. Bei den weit häufigeren, disseminierten Metastasierungen empfehlen sie eine Systemtherapie. Diese orientiert sich am Befund der patholo­gischen Charakterisierung.

Die Übersichtsarbeit gibt auch einen Ausblick darauf, wann beispielsweise der Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren in Zukunft sinnvoll sein könnte. Im Einzelfall wurde berichtet, dass diese bei einer hohen PD-L1-Expression bei einem therapierefraktären, disseminierten CUP-Syndrom effektiv sein könnten. Eine systematische Untersuchung, die diese Hypothese untermauert, fehlt aber noch. Auch die Zulassung des Antikörpers Pembrolizumab (Anti-PD-1) in den USA bewerten die Essener Tumorforscher als vielversprechend. Eine breite Anwendung bedürfe aber weiterer Studien.

© gie/aerzteblatt.de

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