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Politik

IQWiG bearbeitet vier neue Bürgerfragen zu medizinischen Maßnahmen

Donnerstag, 8. März 2018

Köln – Im Rahmen des „ThemenCheck Medizin“ können Bürger Fragen zu Unter­suchungs­methoden und Behandlungsformen an das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stellen. Dieses hat jetzt aus 31 Vorschlägen, die von November 2016 bis Ende Juli 2017 eingereicht wurden, vier Themen ausgewählt, zu denen wissenschaftliche Bewertungen von Gesundheits­technologien, sogenannte HTA-Berichte (HTA = Health Technology Assessment), entstehen werden.

Die Themen lauten „Hodenkrebs: Führt eine regelmäßige Früherkennungs­untersuchung für Männer ab 16 Jahren zu besseren Behandlungsergebnissen?“, „Halswirbelsäulensyndrom: Einfluss von Behandlungsdauer und -häufigkeiten einer Physiotherapie auf den Behandlungserfolg“, „Prostatakrebs: Führt die Anwendung der Fusionsbiopsie im Vergleich zur Anwendung üblicher diagnostischer Verfahren zu besseren Behandlungsergebnissen?“ und „Leichte depressive Episode: Führen nichtmedikamentöse Verfahren wie Licht- und Vitamintherapie zu besseren Ergebnissen?“

Zweistufiges Auswahlverfahren

Die Themen haben ein zweistufiges Auswahlverfahren durchlaufen: In der ersten Stufe nominiert ein Beirat von Bürgern und Patienten zunächst 15 für HTA-Berichte geeignete Themen. Mit den Mitgliedern des erweiterten Fachbeirats diskutiert das IQWiG in der zweiten Auswahlstufe diese Themen unter wissenschaftlichen Gesichts­punkten und wählt die Themen für HTA-Berichte aus.

Das IQiWiG wird jetzt über öffentliche Vergabeverfahren Teams von externen Wissen­schaftlern suchen, die zunächst einen Basisbericht zu den ausgewählten Themen erstellen. Dabei folgen sie den Prinzipien der evidenzbasierten Medizin und berück­sichtigen auch ökonomische, soziale, ethische, organisatorische sowie rechtliche Aspekte. Der vollständige HTA-Bericht umfasst den Basisbericht, einen ergänzenden Herausgeberkommentar des IQWiG und eine für Laien verständliche Kurzfassung der Ergebnisse. 

Für das IQWiG war es das zweite Auswahlverfahren im Rahmen des ThemenCheck Medizin. Die HTA-Berichte aus dem ersten Auswahlverfahren 2016 werden voraus­sichtlich ab Anfang 2019 veröffentlicht. Die HTA-Berichte zu den neuen Themen aus dem Auswahlverfahren 2016/2017 werden laut dem Institut voraussichtlich ab Ende 2019 erscheinen. Außerdem will das IQWiG die HTA-Berichte an Institutionen und Akteure weiterleiten, die über Leistungen der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung und die Ausgestaltung des Gesundheitswesens entscheiden.

Das nächste Verfahren zur Themenauswahl startet ab August 2018. „Themen vor­schlagen geht ganz einfach online – und setzt keine medizinischen Fachkenntnisse voraus“, ermutigt das Institut die Bürger, ihre Fragen an die Wissenschaft im Rahmen des ThemenCheck Medizin einzureichen.  © hil/aerzteblatt.de

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