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Bundes­ärzte­kammer warnt vor zu hohen Erwartungen an prädiktive Alzheimertests

Freitag, 9. März 2018

/Ocskay Bence, stock.adobe.com

Berlin – Der größte Risikofaktor für eine Alzheimererkrankung ist nicht die genetische Disposition, sondern das Lebensalter. Das geht aus der „Stellungnahme zum Umgang mit prädiktiven Tests auf das Risiko für die Alzheimer Krankheit“ hervor, die die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) auf Empfehlung ihres Wissenschaftlichen Beirats vorgelegt hat. Prädikative Alzheimertests sind demnach nur für einen kleinen Personenkreis geeignet.

Die Stellungnahme informiert über die Aussagekraft diagnostischer und genetischer Tests zum individuellen Alzheimerrisiko und nimmt dabei drei Personengruppen in den Fokus: Menschen ohne objektive und kognitive Defizite und ohne familiäre Belastung, Menschen ohne Symptome und mit familiärer Belastung sowie Patienten mit subjektiven Beschwerden.

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Nach Auswertung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur sind bestimmte prädiktive Tests lediglich für die zweite Personengruppe sinnvoll – und auch nur nach ent­sprechender ärztlicher Aufklärung. Vor dem Hintergrund der fehlenden Präventions- und Heilungsmöglichkeiten könnten die Testresultate den Betroffenen und ihren Angehörigen eventuell schaden, warnte die BÄK. So hätten empirische Studien gezeigt, dass es vielen Betroffenen schwerfalle, ihr Erkrankungsrisiko auf Grundlage der Testergebnisse angemessen einzuschätzen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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