NewsÄrzteschaftBundes­ärzte­kammer warnt vor zu hohen Erwartungen an prädiktive Alzheimertests
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bundes­ärzte­kammer warnt vor zu hohen Erwartungen an prädiktive Alzheimertests

Freitag, 9. März 2018

/Ocskay Bence, stock.adobe.com

Berlin – Der größte Risikofaktor für eine Alzheimererkrankung ist nicht die genetische Disposition, sondern das Lebensalter. Das geht aus der „Stellungnahme zum Umgang mit prädiktiven Tests auf das Risiko für die Alzheimer Krankheit“ hervor, die die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) auf Empfehlung ihres Wissenschaftlichen Beirats vorgelegt hat. Prädikative Alzheimertests sind demnach nur für einen kleinen Personenkreis geeignet.

Die Stellungnahme informiert über die Aussagekraft diagnostischer und genetischer Tests zum individuellen Alzheimerrisiko und nimmt dabei drei Personengruppen in den Fokus: Menschen ohne objektive und kognitive Defizite und ohne familiäre Belastung, Menschen ohne Symptome und mit familiärer Belastung sowie Patienten mit subjektiven Beschwerden.

Nach Auswertung der aktuellen wissenschaftlichen Literatur sind bestimmte prädiktive Tests lediglich für die zweite Personengruppe sinnvoll – und auch nur nach ent­sprechender ärztlicher Aufklärung. Vor dem Hintergrund der fehlenden Präventions- und Heilungsmöglichkeiten könnten die Testresultate den Betroffenen und ihren Angehörigen eventuell schaden, warnte die BÄK. So hätten empirische Studien gezeigt, dass es vielen Betroffenen schwerfalle, ihr Erkrankungsrisiko auf Grundlage der Testergebnisse angemessen einzuschätzen. © hil/sb/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

18. Juli 2018
New Haven/Connecticut – Ein neuer Tracer für die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) macht erstmals beim lebenden Patienten den Synapsenverlust im Hippocampus sichtbar, der für die Demenz beim
Alzheimer: Neuer PET-Tracer misst Synapsendichte im Gehirn
28. Juni 2018
Berlin – Die Zahl der Demenzkranken nimmt in Deutschland kontinuierlich zu. Derzeit leben nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz in der
Zahl der Demenzkranken hat sich erhöht
26. Juni 2018
Hannover – Die Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung stellt Niedersachsens Krankenhäuser vor große Herausforderungen. Das geht aus einer Antwort des Sozialministeriums auf eine
Demenzkranke sind Herausforderung für Kliniken in Niedersachsen
22. Juni 2018
New York – US-Forscher sind bei der Suche nach neuen Therapieansätzen für den Morbus Alzheimer auf ein genetisches Netzwerk gestoßen, dass eine alte Hypothese stützt, nach der Infektionen mit
Sind Herpesviren am Morbus Alzheimer beteiligt?
18. Juni 2018
Berlin – Bun­des­fa­mi­lien­mi­nis­terin Franziska Giffey (SPD) und Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) haben sich in einem Kurs über Demenzkrankheiten weitergebildet. Die 90-minütigen Schulung vermittelte
Giffey und Spahn „Partner“ in Sachen Demenz
14. Juni 2018
Kassel – Auch Alzheimerkranke können einen Anspruch auf Blindengeld haben. Dies betonte heute das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Danach steht die Leistung allerdings nicht allen blinden Menschen
Alzheimerkranke können Anspruch auf Blindengeld haben
14. Juni 2018
Paris – Britische Staatsangestellte, die im Alter von 50 Jahren einen erhöhten Blutdruck hatten, erkrankten im Alter von 75 Jahren häufiger als andere an einer Demenz. Das Risiko war laut einer
NEWSLETTER