NewsPolitikSüssmuth regt Umdenken in der Schmerztherapie an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Süssmuth regt Umdenken in der Schmerztherapie an

Freitag, 9. März 2018

Rita Süssmuth /dpa

Berlin/Frankfurt – Statt evidenzbasierter Therapie brauchen Schmerzpatienten eine individualisierte Behandlung. Das hat die ehemalige Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Rita Süssmuth (CDU) in ihrer Eröffnungsrede zum 29. Schmerz- und Palliativtages in Frankfurt unterstrichen. Sie riet den Schmerzmedizinern ihre Skepsis gegenüber anderen Medizinkulturen abzulegen, vorgegebene Pfade zu verlassen und neue Wege der Schmerzmedizin einzuschlagen.

Gleichzeitig sprach sich Süssmuth für eine flächendeckende Bedarfsplanung in der Schmerztherapie aus. „Wenn die Lösung in der Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin liegt, sollte dieser entsprechend eingefordert werden“, so die Gesundheitspolitikerin. Aus ihrer Sicht seien zudem Medikamente nicht immer das ausschließliche Mittel der Wahl. Bewegungs- Kunst- oder Musiktherapie könnten ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen. „Hier wünsche ich mir mehr Offenheit und Austausch: Man kann nur von- und miteinander lernen“, unterstrich die ehemalige Ge­sund­heits­mi­nis­terin.

Rita Süssmuth war von 1988 bis 1998 Präsidentin des Deutschen Bundestags und von 1985 bis 1988 Bundesministerin für Familie, Frauen, Jugend und Gesundheit. Heute arbeitet sie als Präsidentin für ein Konsortium, das den deutschen Beitrag zum Aufbau der Türkisch-Deutschen Universität (TDU) in Istanbul koordiniert. © hil/sb/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Katja Blumstengel
am Montag, 12. März 2018, 08:24

Dr. med. Katja Blumstengel

Vielen Dank für dieses öffentliche Statement. Die individualisierten Behandlungskonzepte sind die tägliche Herausforderung in meiner Praxis mit naturheilkundlicher Grundausrichtung. Es darf aber nicht verschwiegen werden, daß dieses Konzept einen hohen Zeitaufwand für Zuhören, Nachfragen, Untersuchen und Behandeln erfordert und zudem einen hohen Anteil an intuitiven Entscheidungen enthält. Seitdem die Medizin historisch die Ära der Naturmedizin und Quacksalberei verlassen hat, getraut sich keiner öffentlich zu sagen, daß ärztliche Entscheidungen auch intuitiv sein dürfen. Wir wollen über 100% Wissenschaftlichkeit nicht angreifbar sein. Die Patienten zeigen uns die Grenze dieser Illusion auf und fordern den intuitiven Anteil wieder ein, der übrigens bei genauer Betrachtung auch in der leitliniengerechten Medizin nie verschwunden ist. Nur es redet keiner darüber, als wäre es das am besten gehütete Geheimnis der Medizin.

Nachrichten zum Thema

8. Juni 2018
Berlin – Der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland (BVSD) hat neue schmerzmedizinische Versorgungsstrukturen gefordert.
Schmerzmediziner fordern Änderung der Bedarfsplanung
6. Juni 2018
Penang/Berlin – Präparate mit Vitamin B1, Benfotiamin oder auch Vitamin E sind bei neuropathischen Schmerzen ohne Nutzen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen. In
Vitaminpräparate helfen nicht gegen neuropathische Schmerzen
16. Mai 2018
Berlin – Schmerz stellt ein häufiges Problem in der älteren Bevölkerung dar. Sein Anteil werde bei in Einrichtungen der stationären Altenhilfe wohnenden Personen international mit bis zu 80 Prozent
Leitlinie soll Schmerzerfassung von Altenheim-Bewohnern verbessern
15. Mai 2018
Um Schmerzen zu lindern, erhalten Patienten im Krankenhaus Opioidarzneimittel als intravenöse Injektion, oral oder subkutan. /Opioid Victor Moussa, stock.adobe.com New Haven – Mit einem neuen Standard
Alternativen zur intravenösen Opioidgabe könnten deren Verbrauch in den USA senken
15. Mai 2018
Stuttgart – Mehr gesamtgesellschaftliche Anstrengungen gegen die „Volkskrankheit chronischer Schmerz“ fordert die Deutsche Schmerzgesellschaft. Sie regt daher – schon seit Längerem – einen Aktionsplan
Fachgesellschaft stellt Forschungsagenda für Schmerzmedizin vor
29. April 2018
Pittsburgh – Die freizügige Verordnung von Opioiden durch US-Zahnärzte war nicht nur gefährlich, weil sie die derzeitige Opioid-Epidemie gefördert hat. Sie war auch unnötig, da nicht-steroidale
Zahnschmerzen: NSAID und Paracetamol wirksamer als Opioide
27. April 2018
Berlin – Neue Hinweise auf Schmerzmittel-Packungen sollen nach Plänen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn stärker vor einer zu langen Einnahme warnen. Der CDU-Politiker sagte dem Focus, er wolle

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

NEWSLETTER