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Ärzteschaft

Giovanni Maio regt Umdenken bei Honorierung ärztlicher Beratungsgespräche an

Montag, 12. März 2018

Osnabrück – Der Freiburger Medizinethiker Giovanni Maio fordert ein Gesundheits­system, das mehr Honorar für das ärztliche Beratungsgespräch bereitstellt. „Es muss sich für die Ärzte lohnen, weil man nur durch die Beziehungsmedizin dem Patienten einen guten Rat geben kann – den Rat, lieber nicht zu operieren, konservativ vorzugehen oder auch gar nichts zu machen“, sagte der Freiburger Universitäts­professor der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Die moderne Medizin unterliege derzeit falschen Anreizen, sagte der Philosoph und Mediziner. „Je weniger Kontakt man im ambulanten Bereich mit seinen Patienten hat, desto mehr Geld verdient man. Das ist widersinnig.“ Die Gesundheitspolitik habe nicht begriffen, dass eine „durchökonomisierte Medizin, wie wir sie erleben, nur Aktionismus befördert und keine Besonnenheit“. Die Folge sei eine „unpersönlich bleibende Durchschleusungsmedizin“.

Maio forderte eine Abkehr von einem „überzogenen Begriff von Gesundheit“ in der Medizin. „Wir müssen wegkommen von dem defizitorientierten Verständnis von Gesund­heit, vom rein naturwissenschaftlichen Messen“, betonte er. Stattdessen sollte der Fokus stärker auf die Potenziale des einzelnen Patienten gelegt werden, „die er trotz bestehender Funktionseinschränkungen mobilisieren kann, um sich gesünder zu fühlen“.

Aus seiner Sicht denkt die moderne Medizin nicht genug darüber nach, was sie tut: „Sie stellt quasi alles zur Verfügung, was nachgefragt wird. Sie macht sich Trends eher zunutze, um daraus ein Geschäft zu machen. Das ist ein großes Problem.“ © kna/aerzteblatt.de

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