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Grippewelle flaut ab, Norddeutschland hinkt hinterher

Montag, 12. März 2018

/dpa

Hamburg/Berlin – Die Grippewelle in Deutschland hat ihren Höhepunkt überschritten. Nur der Norden der Republik hinkt hinterher. In Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern registrierten die Ärzte entgegen dem bundesweiten Trend bis zuletzt einen Anstieg der Patienten mit akuten Atemwegerkrankungen, sagte Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut (RKI).

So drängten sich in der 9. Kalenderwoche (24. Februar bis 2. März 2018) rund zweieinhalb Mal so viele Grippepatienten in den Wartezimmern Norddeutschlands wie in einem vergleichbaren Zeitraum ohne Grippewelle, während es eine Woche zuvor nur zweimal so viele waren. Trotz der Steigerung liegen die Norddeutschen immer noch unter dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit sank die Zahl in dem Zeitraum von 2,73-mal so vielen Arztbesuchen auf 2,61-mal.

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Hohe Zahl an Grippefällen

Obwohl die Grippesaison noch nicht beendet ist, stellt sie schon jetzt nach den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vergangene Grippewellen in den Schatten. „Es war ein Rekordjahr, was die Arztbesuche betrifft“, sagte Glasmacher. „2,7-mal so viele Arztbesuche wie in einem vergleichbaren Zeitraum ohne Grippewelle: Das ist der höchste Wert der vergangenen zehn Jahre.“ Und die „48.000 labordiagnostisch bestätigten Grippeerkrankungen auf Bundesebene (in der neunten Kalenderwoche) waren der höchste Wochenwert, seit es das Infektionsschutzgesetz gibt“. Das IfSG trat im Jahr 2001 in Kraft.

Laut Glasmacher kann man aus den aktuellen Zahlen jedoch nicht die Schwere der Grippewelle ablesen. Dafür müsse unter anderem auch Zahl der Todesfälle berücksichtigt werden. Es habe in den vergangenen zehn Jahren mehrfach Grippewellen mit geschätzt 20.000 Todesfällen gegeben – „üblicherweise, wenn Grippevieren des Typs H3N2 dominierten“. Konkrete Sterbezahlen gebe es jedoch nicht, da gerade bei den Todesfällen oft kein Labortest gemacht werde. „Weil der Tod durch bakterielle Folgeinfektionen eintritt“, erläuterte Glasmacher.

Die Experten des Robert-Koch-Instituts gehen davon aus, dass die Ärzte in den kommenden Wochen weniger Grippepatienten behandeln müssen. „Bundesweit denken wir, dass die Trendwende stattgefunden hat“, sagte Glasmacher. Die regionale Situation im Norden sei jedoch schwer vorherzusagen. Möglicherweise werde die Zahl der Patienten noch einige Zeit ansteigen, es könne aber auch einige Zeit in dieser Höhe bleiben. © dpa/aerzteblatt.de

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