NewsPolitikGroße Koalition will Pflegekräftemangel und Krankenkassen­beiträge zügig angehen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Große Koalition will Pflegekräftemangel und Krankenkassen­beiträge zügig angehen

Dienstag, 13. März 2018

/dpa

Berlin – Nach der für morgen erwarteten Wiederwahl von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ernennung der Minister will die neue Große Koalition bereits in der kommenden Woche vor dem Bundestag ihre Vorhaben erläutern. „Wir brauchen einen Kickstart“, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt heute in Berlin.

In einem „Sofortprogramm“ müssten die Unterstützung von Familien, Verbesserungen bei der Pflege sowie eine dauerhafte Begrenzung der Migration angegangen werden, sagte er. Dobrindt sagte, er gehe davon aus, dass diese Themen bei der geplanten baldigen Kabinettsklausur eine Rolle spielen.

Anzeige

Eine Milliarde Entlastung

Die SPD will in der neuen großen Koalition als eine der ersten Maßnahmen mit der Union große Entlastungen für die Bürger durchsetzen. Die Arbeitgeber sollen künftig wieder den gleichen Anteil wie Arbeitnehmer bei den Krankenkassenbeiträgen zahlen, sagte Bundestagsfraktionschefin Andrea Nahles in Berlin. „Das ist eine milliarden­schwere Entlastung am Ende für die Arbeitnehmer.“

Geplant ist, dass die Beiträge zur gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) spätestens vom 1. Januar 2019 an wieder zu gleichen Teilen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bezahlt werden. Ganze vorne auf der Liste stehe auch ein Rückehrrecht in eine Vollzeitstelle, wenn man zum Beispiel aus familiären Gründen eine Zeit lang Teilzeit gearbeitet habe. „Ich hoffe, dass das zügig, nachdem wir das so lange verhandelt haben (...), umgesetzt wird“, sagte Nahles. „Jetzt kann es also losgehen.“

Bei Pflege und Gesundheit warten große Aufgaben auf die neue GroKo und den neuen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU). In der Pflege fehlen nach Experten­schätzung rund 100.000 Fachkräfte. Neue Stellen und Ausbildungsplätze sollen deshalb geschaffen werden, doch für diese muss sich erst einmal genügend Personal finden. Den Anfang soll ein Programm für 8.000 neue Stellen machen, wie Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten haben.

Bei den Gesundheitsthemen will die Große Koalition sich auch den Wartezeiten auf einen Facharzttermin widmen. Spahn hatte bereits angekündigt, in einem ersten Schritt die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung ausbauen zu wollen. © dpa/afp/may/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. März 2019
Berlin – Menschen, die in allen Angelegenheiten betreut werden, sollen nicht länger pauschal von Wahlen ausgeschlossen werden. Nach monatelangem Ringen verabschiedete der Bundestag heute einen Antrag
Bundestag beschließt Antrag auf Einführung eines inklusiven Wahlrechts
14. März 2019
Berlin – Der Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR), Franz Wagner, hat eine neue Verteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen gefordert. „Man muss die Potenziale der Pflegekräfte erkennen und dafür
Pflegende wollen Medikamente selbst verordnen
11. März 2019
Mainz – In der Debatte über bessere Rahmenbedingungen in der Pflege hat der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus (CDU), auf mehr Fortschritte gepocht. Rund 48 Prozent der
Die Pflege braucht mehr Fortschritte
5. März 2019
Berlin – Die Ärztekammer Berlin hat ein Umdenken in der Gesundheitspolitik gefordert: „In über 40 Jahren kleinteiliger Gesundheitsreformen haben die Fremdbestimmung der Gesundheitsberufe, die
Jonitz fordert Kurskorrektur in der Gesundheitspolitik
26. Februar 2019
Düsseldorf – Die Pflegewirtschaft steht nach einer Studie vor einer großen Investitionswelle. Laut einer Untersuchung der in Kassel ansässigen Evangelischen Bank, über die das Handelsblatt vom
Große Investitionswelle in der Pflegebranche
21. Februar 2019
Berlin – Eine paritätische Besetzung der Führungsgremien in der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen haben Frauen aus Politik, Krankenkassen sowie ärztlichen und psychotherapeutischen Verbänden
Frauen im Gesundheitswesen fordern Parität in Gremien der Selbstverwaltung
21. Februar 2019
Berlin – Der Krankenpfleger Alexander Jorde hat die Pflegekräfte in Deutschland dazu aufgerufen, sich stärker berufspolitisch zu engagieren. „Wir Pflegekräfte sind nur zu etwa zehn Prozent in
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER