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Junge Krebspatienten wollen Kostenübernahme fruchtbarkeits­erhaltender Maßnahmen

Dienstag, 13. März 2018

Berlin – Die Krankenkassen in Deutschland sollten bei jungen Erwachsenen mit einer Krebserkrankung fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen übernehmen, zum Beispiel die Entnahme und Kryokonservierung von Eizellen, Sperma oder Eierstockgewebe vor der Chemo- oder Strahlentherapie. Das fordert die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs.

„Die Altersgruppe zwischen 18 und 39 Jahren kann mit einer Heilungschance von über 80 Prozent rechnen. Nach überstandener Krebserkrankung wollen die jungen Frauen und Männer ein normales Leben führen. Und dazu gehören auch eigene Kinder“, sagte der Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung, Mathias Freund. Für die jungen Patienten sei dies „ein erster Schritt in die Zukunft“, hieß es aus der Stiftung. Den jungen Krebs­patienten ist es laut Stiftung meist nicht bewusst, dass sie den Erhalt ihrer Fruchtbar­keit selbst finanzieren müssen. „Auch in der Öffentlichkeit und bei vielen Politikern ist dies praktisch nicht bekannt“, so die Stiftung.

Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht

Auch die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) setzt sich für die Kostenübernahme ein. „Wir verfügen heute über sehr gut etablierte Methoden zum Fruchtbarkeitserhalt beispielsweise durch die Entnahme und das Einfrieren von Spermien bei Patienten und von Eizellen bei Patientinnen“, sagte Carsten Bokemeyer, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO, im vergangenen Herbst.

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Die entsprechenden Maßnahmen müssten aber unbedingt vor Beginn der Therapie durchgeführt werden. Eine solche Vorsorge würde vielen geheilten Krebspatienten später eigene Kinder ermöglichen. Ein großes Problem sei allerdings, dass die Krankenkassen die anfallenden Kosten für fruchtbarkeitserhaltende Maßnahmen bei Patienten mit Krebs bislang nicht übernehmen.

Viele Betroffene könnten sich die notwendigen 3.500 bis 4.300 Euro für die Entnahme und das Einfrieren von Eizellen bei der Frau beziehungsweise rund 500 Euro für die Entnahme und das Einfrieren von Spermien beim Mann nicht leisten. Hinzu kämen jährliche Kosten von rund 300 Euro für die Lagerung im Stickstofftank. „Diese zusätz­liche Belastung unmittelbar nach der Diagnose Krebs ist unwürdig“, kritisierte die DGHO.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 15.000 junge Menschen im Alter von 18 bis 39 Jahren an Krebs. Die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs ist im Juli 2014 von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) gegründet worden. © hil/aerzteblatt.de

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