Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Pharmaindustrie besorgt über Brexit-Auswirkungen

Dienstag, 13. März 2018

/dpa

Berlin – Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) könnte Auswirkungen auf die Zulassungen von Arzneimitteln haben. Das befürchtet der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa). „Dies könnte die medizinische Versorgung in Europa gefährden. Deshalb ist es so wichtig, dass der Brexit gut organisiert wird“, sagte die Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, Birgit Fischer, heute in Berlin.

Klärung von Arzneimittelfragen muss oberste Priorität haben

Konkret geht es dem Verband um die Neuverteilung der Aufgaben, die bislang die Europäische Arzneimittelagentur EMA in London erledigt hat. Sie delegiert die konkrete Prüfarbeit an nationale Arzneimittelbehörden. „Der starke Anteil des Vereinigten Königreiches an den europäischen Zulassungen muss neu verteilt werden, was nicht von heute auf morgen möglich ist“, warnte der vfa. Der Verband fordert, bei den Verhandlungen über den Brexit müsse die Klärung von Fragen im Arzneimittel­bereich oberste Priorität haben. Wegen der Fülle an Detailfragen müsse dabei auch eine längere Übergangsfrist für den Brexit im Gesundheitsbereich in Betracht gezogen werden, so Fischer.

Anlass für den Warnruf des vfa ist das Treffen des Europäischen Rates Ende kommender Woche. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) appellierte an die Briten und an die EU, in den Brexit-Verhandlungen einer Übergangsphase nach dem 29 März 2019 zuzustimmen, in der noch die alten Regelungen gelten sollten. „Wir fordern eine entsprechende Grundsatzentscheidung seitens der EU und der britischen Regierung auf dem Treffen des Europäischen Rates. Andernfalls sind einige Unter­nehmen gezwungen, ihre Notfallpläne scharfzustellen – für das Worst-Case-Szenario, das keiner will und das allen schadet“, sagte der BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang in Berlin. 

BfArm warnt vor Übergangsfristen

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) warnte die Arzneimittel­unternehmen allerdings davor, auf Übergangsfristen und Verlängerungen zu setzten. „Auch die pharmazeutische Industrie muss jetzt ihre Hausaufgaben machen. Die Unternehmen sollten nicht darauf setzen, dass es nach dem Austrittstermin Übergangsfristen gibt, sondern jetzt handeln“, sagte der BfArM-Präsident Karl Broich dem Deutschen Ärzteblatt.

Sein Institut wolle im Interesse der Patienten verhindern, dass Unternehmen erst kurz vor dem Austrittstermin aktiv würden, obwohl sie heute schon absehen könnten, dass sie neue Zulassungen oder ein neues verfahrensführendes Land benötigten. „Der Brexit darf nicht dazu führen, dass neue Arzneimittel später verfügbar werden oder Risiken von bereits zugelassenen Arzneimitteln weniger engagiert angegangen werden“, sagte er. Deshalb leiste das BfArM als größte europäische Zulassungsbehörde einen wesent­lichen Beitrag für die bestmögliche Vorbereitung auf den Wegfall der britischen Behörde und auch für die Umzugsphase der EMA, so Broich. 

Die EU hatte im November 2017 entschieden, die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) nach dem Brexit in Amsterdam anzusiedeln. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

16. Mai 2018
London – Die British Medical Association schlug kürzlich vor, die Zahl der Patienten, die ein Hausarzt jeden Tag versorgt, zu begrenzen, um die Patientensicherheit zu erhöhen. Im British Medical
Wie viele Patienten sollte ein Hausarzt pro Tag maximal versorgen?
3. Mai 2018
Darmstadt – Eine historische Engel-Figur mit dem Familienwappen und Fotos auf einem Leuchtband: Sie erinnern an die 350 Jahre lange Geschichte der größten Apotheke in Darmstadt. Friedrich Jakob Merck
Merck feiert 350-jähriges Bestehen
3. Mai 2018
Leverkusen – Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer blickt wegen der Euro-Stärke vorsichtiger auf das Jahr 2018. Der Umsatz sowie das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und
Starker Euro drückt auf Jahresprognose von Bayer
2. Mai 2018
New York – Der US-Pharmakonzern Pfizer hat zu Jahresbeginn besser verdient als erwartet. Der Überschuss legte im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert um 14 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar
Pfizer steigert Quartalsgewinn deutlich
2. Mai 2018
London – Wegen einer Panne im britischen Programm für Brustkrebsvorsorge sind über Jahre hinweg abschließende Tests versäumt worden. Wie das Ge­sund­heits­mi­nis­terium heute in London mitteilte, erhielten
Panne bei Brustkrebsvorsorge in Großbritannien
25. April 2018
Ingelheim – Rote Zahlen unterm Strich, aber ein milliardenschwerer Betriebsgewinn und eine zweistellige Umsatzsteigerung. Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat heute die Bilanz zum vergangenen
Boehringer erwartet für 2018 positives Ergebnis
24. April 2018
Göttingen – Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius ist nicht ganz so schwungvoll ins Jahr gestartet, wie von Analysten erwartet. Von Januar bis März legte der Konzernumsatz im Vergleich zum

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
J
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige