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Politik

Adipöse im Antragsdschungel

Mittwoch, 14. März 2018

/dpa

Köln – In Deutschland hängen die Chancen für eine konservative oder chirurgische Therapie der Adipositas weit mehr vom Wohnsitz und einer kaum durchschaubaren Bewilli­gungs­praxis als von medizinischer Notwendigkeit ab. So knüpfen Kranken­kassen die Kostenzusage für einen bariatrischen Eingriff zur Gewichtsreduktion an ein zuvor absolviertes Programm mit Ernährungsberatung, Bewegungs- und Psycho­therapie. Nur: Solche multimodalen Therapieprogramme werden längst nicht von allen Kranken­kassen bezahlt und sind auch für Selbstzahler längst nicht flächendeckend verfügbar.

Ein aktueller Beitrag im Deutschen Ärzteblatt illustriert die zahlreichen und teils unüberwindbaren Hürden, an denen fettleibige Patienten häufig scheitern. Experten aus Ernährungsmedizin, Medizincontrolling, Chirurgie und Rechtswissenschaft erläutern, warum die Kranken angesichts der derzeitigen Praxis kaum eine Chance haben und mit welcher Beliebigkeit sie in manchen Regionen unterstützt werden, in anderen jedoch nicht.

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Da auch die Kostenzusage für eine Operation vom Absolvieren konservativer Therapien abhängt, ist der Weg zu einer chirurgischen Behandlung ebenfalls versperrt – ein Teufelskreis, aus dem viele adipöse Patienten aus eigener Kraft nicht herausfinden. Es gibt erste Hinweise, dass manche auf der Warteliste sterben, während sie sich noch mit der Krankenkasse um die Kostenzusage streiten.

Immer mehr Kliniken und Ärzte wehren sich gegen diese Vorgehensweise und möchten die Patienten nach Maßgabe der neu erschienenen S3-Leitlinie behandeln – Kosten­zusage hin oder her. Sie suchen Hilfe bei spezialisierten „Adipositasanwälten“ und haben oft durchschlagenden Erfolg. Die Krankenkassen zahlen, mitunter erst nach Mahnung durch die Klinik. Es zeichnet sich eine Trendwende ab, die die bisherige Praxis zum Kippen bringen könnte. © mls/aerzteblatt.de

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Beat Müller, Heidelberg
am Sonntag, 25. März 2018, 18:37

Erste-Hilfe-Maßnahme für Adipöse in Deutschland vom Deutschen Ärzteblatt!

Herzlichen Glückwunsch zu dem exzellent recherchierten und mutigen Artikel an Frau Dr. Lenzen-Schulte und das Deutsche Ärzteblatt! Die Entscheidung, ob eine OP gegen Adipositas notwendig ist, muss wegen der im Artikel genannten Hintergründe von den spezialisierten Ärzteteams in den Adipositaszentren, gestützt auf die neu erschienen S3-Leitlinien "Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen" gefällt werden und nicht länger von fachfremden MDK-Medizinern, gestützt auf einen realitätsfremden MDK-Leitfaden!
So sehen es auch die Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Adipositas- und metabolische Chirurgie (CAADIP) und die Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG), die am 18. Januar 2018 eine gemeinsame Pressemitteilung zum Thema herausgegeben haben.

http://www.adipositas-gesellschaft.de/index.php?id=385&tx_dagmitteilungen_pi1[showUid]=143&cHash=d4f6d0f8f219b595c4f5c16c7f8b88e0

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