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Medizin

Bei ALS sind wichtige Transportprozesse in Nervenzellen gestört

Mittwoch, 14. März 2018

/Sebastian Kaulitzki, stockadobecom

Würzburg – Bei neurodegenerativen Krankheiten wie der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) oder der Spinalen Muskelatrophie sind wichtige Transportprozesse in den Nervenzellen gestört. Das berichtet eine Arbeitsgruppe um Michael Sendtner und Michael Briese vom Institut für Klinische Neurobiologie am Universitätsklinikum Würzburg in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2018, doi: 10.1073/pnas.1721670115). 

„Aus früheren Studien ist bekannt, dass bei Krankheiten wie der ALS und der Spinalen Muskelatrophie Defekte in der Signalübertragung von Motoneuronen zum Muskel eine zentrale Rolle spielen“, erklärte Briese. Auslöser dieser Defekte sind Störungen beim Transport von Messenger-RNAs (mRNAs) bis in die langen Endungen der Motoneurone, der Axone. Diese mRNAs tragen Informationen, die die Nervenzelle benötigt, um neue Proteine zu synthetisieren. „Fehlen die mRNAs, können diese Proteine nicht mehr synthetisiert werden“, so Briese. Der Zelle fehlen dann Proteine, die für Funktion der Axone unentbehrlich seien.

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Laut den Autoren ist die Zusammensetzung der für den Transport dieser mRNAs notwendigen Partikel bisher unbekannt. In der jetzt veröffentlichten Arbeit hat die Arbeitsgruppe gezeigt, dass auch eine nichtcodierende RNA maßgeblich an diesen Transportkomplexen beteiligt ist. Ihr Name: 7SK.

An neuen Zellkultursystemen konnten sie zeigen, dass 7SK zusammen mit einem RNA-bindenden Protein namens „hnRNP R“ an Transportkomplexen für funktionell wichtige mRNAs beteiligt ist. Fehlt einer der beiden Partner, werden diese Transportkomplexe gestört. 

Nach Ansicht der Wissenschaftler eröffnen ihre Ergebnisse neue Möglichkeiten für die Pharmaforschung. Gleichzeitig hoffen sie, dass durch die neuen Ergebnisse die Rolle des mRNA-Transports für die Funktion von Motoneuronen und dessen Störungen bei neurodegenerativen Erkrankungen vermehrt in den Blickpunkt der Forschung rücken. © hil/aerzteblatt.de

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