NewsÄrzteschaftStreit um Abklärungskolos­kopien nach iFOBT
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Streit um Abklärungskolos­kopien nach iFOBT

Freitag, 16. März 2018

Berlin – Abklärungskoloskopien nach einem positiven iFOBT-Stuhltest müssen als kurative Untersuchungen abgerechnet werden. Das hat der Erweiterte Bewertungs­ausschuss gegen die Stimmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entschieden, wie die KBV heute mitteilte.

Mit dem Beschluss wird vom 1. April an im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) klargestellt, dass die Gebührenordnungsposition (GOP) 01741 ausschließlich für die Abrechnung von Früherkennungskoloskopien vorgesehen ist, auf die Versicherte ab dem 55. Lebensjahr zweimal alle zehn Jahre Anspruch haben. Abklärungskoloskopien nach einem positiven Früherkennungstest auf okkultes Blut im Stuhl (iFOBT) fallen nicht darunter. Sie müssen laut KBV künftig als kurative Darmspiegelungen über die GOP 13421 abgerechnet werden.

KBV erwägt Klage

Der Erweiterte Bewertungsausschuss folgte damit der Position des GKV-Spitzenver­bandes. Dieser hatte argumentiert, dass Abklärungskoloskopien nach einem positiven iFOBT-Test nicht der Früherkennung von Darmkrebs dienten und deshalb als kurative Koloskopie abzurechnen seien.

Anzeige

Die KBV erwägt, gegen den Beschluss zu klagen. Sie begründet dies damit, dass Abklärungskoloskopien nach den Vorgaben der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) zu erfolgen haben und von daher als Abklärungskoloskopie im Rahmen der Darmkrebsvorsorge anerkannt werden müssten. Zudem dienten die Untersuchungen der weiteren Abklärung eines auffälligen Befundes, der nur einen Risikofaktor darstelle und noch nicht mit einer Krankheit gleichzusetzen sei.

Völlig unberücksichtigt bei der Entscheidung des Bewertungsausschusses blieb auch, dass andere Früherkennungsprogramme die „Abklärung auffälliger Befunde“ umfassen, beispielsweise das Mammographie-Screening und das Neugeborenen-Hörscreening.

Für den Nachweis von fäkalem okkultem Blut wird laut KBV seit 1. April 2017 im Rahmen des Darmkrebs-Früherkennungsprogramms ausschließlich der quantitative immunologische iFOBT-Test angewendet. Der G-BA hatte dazu vor zwei Jahren die Krebsfrüherkennungs-Richtlinie angepasst. Danach gelten für Koloskopien, die im Anschluss an einen positiven iFOBT-Früherkennungstest durchgeführt werden, dieselben Dokumentationsvorgaben wie für die präventive Koloskopie. © EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

11. März 2019
Berlin – Noch eine „riesige Baustelle“ ist für Norbert Schmacke, Universität Bremen, die Aufklärungssituation der Bevölkerung über Krebsfrüherkennungsuntersuchungen. Zu selten oder nicht umfassend
Zu wenig Aufklärung über Nutzen und Nachteile der Krebsfrüherkennung
1. März 2019
Philadelphia – Die Tomosynthese, die 3-D-Schichtaufnahmen der Brustdrüse ermöglicht, hat in US-Zentren mehr Brustkrebserkrankungen entdeckt als die konventionelle 2-D-Mammografie und gleichzeitig die
Digitale Tomosynthese: 3-D-Mammografie erkennt Tumore früher
28. Februar 2019
Silver Spring/Maryland – Die US-Zulassungsbehörde FDA hat mehrere Behandlungszentren abgemahnt, die eine Thermografie als Alternative zur Brustkrebsfrüherkennung angeboten haben. Die digitale
FDA: Thermografie keine Alternative zur Mammografie
25. Februar 2019
Berlin – Ärzte können die Kampagne rund um den „Darmkrebsmonat März“ nutzen, um ihre Patienten verstärkt auf die Möglichkeiten der Früherkennung von Darmkrebs hinweisen. Die Kassenärztliche
Darmkrebsmonat März: KBV stellt Material für Praxen zur Verfügung
21. Februar 2019
Heidelberg – Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen in Deutschland, Zehntausende erkranken jedes Jahr daran. Umso wichtiger ist ein frühes Aufspüren der Krankheit. Heidelberger Forscher
Neuer Brustkrebs-Bluttest vorgestellt
11. Februar 2019
Manchester – Frauen mit einem erhöhten familiären Risiko können bereits vor dem 40. Lebensjahr an Brustkrebs erkranken. Eine Kohortenstudie kommt in EClinicalMedicine (2019; doi:
Familiärer Brustkrebs: Mammografie entdeckt Krebserkrankungen vor dem 40. Lebensjahr
7. Februar 2019
Bad Langensalza – Zehn Jahre nach dem Start des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms „Mammografiescreening – Thüringen Nord West“ haben die Programmverantwortlichen jetzt eine positive Bilanz gezogen.
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER