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Medizin

Übermäßige Tagesmüdigkeit möglicherweise früher Hinweis auf Demenz

Montag, 19. März 2018

/thodonal, stockadobecom

Rochester – Eine Studie unter der Leitung von Prashanthi Vemuri von der Radiologie-Abteilung der Mayo-Klinik in Rochester deutet darauf hin, dass ältere Menschen, die tagsüber mit übermäßiger Schläfrigkeit zu kämpfen haben, von der Alzheimerkrankheit bedroht sein könnten. Die Arbeit ist in der Zeitschrift JAMA Neurology erschienen (2018; doi: 10.1001/jamaneurol.2018.0049).

Mehrere Längsschnittstudien haben laut den Forschern gezeigt, dass eine übermäßige Tagesschläfrigkeit bei älteren Erwachsenen mit einem erhöhten Risiko eines kognitiven Rückgangs verbunden sein könnte. Was das Team interessierte, waren die zugrunde liegenden Mechanismen, die den Zusammenhang zwischen Neurodegeneration und exzessiver Schläfrigkeit erklären könnten.

Produktion von Beta-Amyloid

Die Wissenschaftler vermuteten, dass die Antwort darauf in der Produktion von Beta-Amyloid liegen könnte. „In dieser Arbeit haben wir die Hypothese aufgestellt, dass exzessive Tagesschläfrigkeit in der älteren Bevölkerung mit einer erhöhten Anfälligkeit für die Akkumulation von Beta-Amyloid assoziiert werden kann. Frühere Forschungen haben ergeben, dass ein guter Nachtschlaf dazu beitragen könnte, Beta-Amyloid aus dem Hirngewebe zu entfernen. Dies kann bedeuten, dass ein regelmäßig gestörter Schlafzyklus, der zu Ermüdung während des Tages führt, den gegenteiligen Effekt haben kann, so dass sich diese schädliche Verbindung aufbauen kann“, erläutern die Forscher.

Sie analysierten Daten von 283 Teilnehmern im Alter von 70 Jahren oder älter, die durch die Mayo Clinic Study of Aging rekrutiert wurden. Keiner der Teilnehmer hatte eine bestehende Demenzdiagnose. Bei der Rekrutierung schlossen alle Teilnehmer Umfragen ab, in denen sie über ihren Grad der Tagesschläfrigkeit berichteten.

Die Teilnehmer stimmten zu, dass sie sich zwischen 2009 und 2016 mindestens 2 aufeinanderfolgenden Positronen-Emissions-Tomographie-Hirnscans unterziehen würden. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass 63 Teilnehmer eine exzessive Tagesschläfrigkeit empfanden. Bei diesen Menschen war dieser Zustand abnormaler Somnolenz auch mit erhöhten Beta-Amyloid-Spiegeln in 2 relevanten Regionen des Gehirns assoziiert.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass exzessive Tagesschläfrigkeit bei älteren Menschen ohne Demenz möglicherweise mit einer Anhäufung von Beta-Amyloid assoziiert werden kann“, berichten die Forscher. Dieser Befund stütze frühere Literatur, die darauf hindeute, dass übermäßige Tagesschläfrigkeit ein Risikofaktor für kognitiven Rückgang oder Demenz sei.

Sie geben jedoch zu, dass die Studie einige Einschränkungen aufweise, darunter die Tatsache, dass es ihr an objektiven Maßstäben für Schlafstörungen fehle und dass sie nicht genau einschätze, wie viel Schlaf die Teilnehmer pro Nacht erhielten. © hil/aerzteblatt.de

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