NewsAuslandTodesstrafe ist Trumps Antwort auf Opiodkrise in den USA
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Todesstrafe ist Trumps Antwort auf Opiodkrise in den USA

Montag, 19. März 2018

US-Präsident Donald Trump /dpa

Washington – US-Präsident Donald Trump will nach Angaben von Regierungsbeamten mit harten Maßnahmen der Opioidkrise in den USA Herr werden. Am Abend will Trump im vom Opioid-Problem besonders betroffenen Bundesstaat New Hampshire einen mehrteiligen Plan zur Bekämpfung des massenhaften Missbrauchs von Opioiden vorstellen, hieß es vorab.

Ein zentraler Punkt sind den ersten Informationen zufolge härtere Strafen für Dealer. Das Weiße Haus will demnach eine schärfere Strafverfolgung für den Handel mit Fentanyl, dessen Missbrauch für Zehntausende Todesfälle verantwortlich ist. So soll das Justizministerium als Chefanklagebehörde auf Bundesebene in Prozessen die Todesstrafe beantragen, „wenn es unter dem geltenden Gesetz angemessen ist“, sagte Trumps innenpolitischer Berater Andrew Bremberg.

Anzeige

Juristisches Ermessen

Konkrete Beispiele nannten die Regierungsbeamten nicht, machten aber klar, dass die Entscheidungen jeweils im juristischen Ermessen des Ministeriums lägen und der Kongress dazu keine Gesetzesänderung beschließen müsse. Strafen könnten vor allem für Intensivtäter verschärft werden, zitierte CNN einen Beamten. Dabei gehe es um Dealer, die große Mengen an Opioiden wie Fentanyl ins Land brächten.

Trump will nach Vorabangaben der US-Regierungsbeamten zudem den Kongress auffordern, die Schwelle für gesetzliche Mindeststrafen für den Handel mit besonders gefährlichen Drogen zu senken. Teil der Anti-Drogen-Strategie ist demnach auch eine Aufklärungskampagne über die tödlichen Gefahren des Opioid-Missbrauchs. Außerdem solle der Umfang ärztlich verschriebener Opioid-Schmerzmittel binnen drei Jahren um ein Drittel verringert werden, ferner sollten Abhängige besseren Zugang zu Betreuung und Behandlung erhalten.

Bereits in vergangenen Reden hatte Trump auf Länder wie Singapur hingewiesen, die mit drastischen Mitteln gegen Dealer vorgehen. Manche Menschen töteten durch Drogen „2.000, 3.000, 5.000 Menschen im Laufe ihres Lebens“ und würden in den USA trotzdem nicht wie Mörder bestraft, sagte Trump erst kürzlich auf einer Kundgebung in Pennsylvania. Im vergangenen Jahr hatte er wegen der Opioid-Krise einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Der Kongress hat sechs Milliarden Dollar für die Bekämpfung der Krise vorgesehen.

Der Besuch in New Hampshire ist Trumps erster als Präsident. Dieser Staat ist besonders stark vom Opioid-Problem betroffen, zugleich spielt er stets eine Schlüsselrolle beim Auftakt der Vorwahlen zur Präsidentschaft. Trump habe aber bei seiner Visite keineswegs die Wahl 2020 im Blick, betonten die Regierungsbeamten.

Nach Statistiken der Seuchenbekämpfungsbehörde CDC sind 2016 etwa 64.000 Menschen in den USA durch eine Drogenüberdosis gestorben, Opioide waren demnach bei mehr als zwei Dritteln dieser Todesfälle im Spiel. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

4. Dezember 2018
New Haven/Connecticut – Jeder 4. Diabetiker gab in einer Umfrage an einer US-Klinik an, hin und wieder die Insulindosis zu senken, um Kosten zu sparen. Die Daten von fast 200 Diabetikern sind in JAMA
Viele Diabetiker müssen in den USA beim Insulin sparen
29. November 2018
Tampa – Die um sich greifende Drogenepidemie und eine zunehmende Zahl von Suiziden lassen die durchschnittliche Lebenserwartung der US-Bürger sinken. Die Lebenserwartung habe 2017 bei 78,6 Jahren
Drogenmissbrauch und steigende Suizidrate lassen Lebenserwartung in USA sinken
26. November 2018
Hannover – Suchtprävention müsste nach Ansicht von Experten schon viel früher einsetzen als bisher. Arztpraxen, Kitas oder Sportvereine sollten dabei besser einbezogen werden, heißt es in einer Studie
Suchtprävention muss früher beginnen
26. November 2018
Washington – Gesundheitsgefahren, zerstörte Straßen und Stromleitungen, Umweltschäden und wirtschaftliche Verluste: In einem neuen Bericht warnen US-Bundesbehörden vor schwerwiegenden Folgen des
US-Behörden warnen vor großen Schäden infolge des Klimawandels
23. November 2018
Berlin – Der 33. Deutsche Psychotherapeutentag hat die Aufnahme der Weiterbildung Spezielle Schmerzpsychotherapie (SSPT) für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und
Psychotherapeutentag beschließt Erweiterung der Musterweiterbildungsordnung
19. November 2018
Rotterdam – Der Versuch eines Drogensüchtigen, sich während einer Rehabehandlung mittels Inhalation eines Deodorants in einen Rausch zu versetzen, endete tödlich. Der 19-Jährige starb nach mehreren
„Sudden sniffing death“: Herztod durch Deodorant
14. November 2018
Washington – Der US-Geheimdienst CIA hat nach den Anschlägen vom 11. September 2001 nach Möglichkeiten gesucht, inhaftierten Terrorverdächtigen mit einem „Wahrheitsserum“ Informationen zu entlocken.
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER