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Ausland

US-Anti-Drogen­programm: Todesstrafe und Aufklärungskampagne

Dienstag, 20. März 2018

/Syda Productions, stockadobecom

Manchester – Wer in den USA immer wieder oder in großem Stil mit Drogen dealt, soll nach dem Willen von US-Präsident Donald Trump die „ultimative Strafe“ bekommen. „Wir verschwenden unsere Zeit, wenn wir die Dealer nicht hart anfassen, und diese Härte schließt die Todesstrafe ein“, sagte der Präsident gestern Abend. Er forderte den Kongress auf, die Schwelle für gesetzliche Mindeststrafen für den Handel mit besonders gefährlichen Drogen zu senken.

Das Anti-Drogenprogramm, das Trump gestern im vom Opioidproblem besonders betroffenen Bundesstaat New Hampshire vorstellte, sieht neben härteren Strafen für Dealer auch eine Reduzierung der verschriebenen Schmerzmittel um ein Drittel vor. „Wir müssen das Angebot herunterfahren, sie machen unglaublich süchtig“, sagte Trump.

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Trump will drogenfreie Generation

Teil der Anti-Drogen-Strategie ist auch eine Aufklärungskampagne über die tödlichen Gefahren des Opioid­missbrauchs. Dazu gehören eine Webseite und eine Anzeigenkampagne. Abhängige sollen besseren Zugang zu Betreuung und Behandlung erhalten. Wie, sagt das Programm nicht. Das gilt auch für den Anteil an Bundesmitteln an den Bemühungen. Die bisherige Politik von Trumps Regierung hat bisher eher Gelder in Bereichen gekürzt, die unter anderem Hilfen für Drogensüchtige anbieten.

Generell sollten künftig viel weniger Amerikaner süchtig werden, sagte Trump. Wie genau das angesichts der vielfältigen Gründe für einen Einstieg in die Sucht bewerkstelligt werden soll, sagte Trump ebenfalls nicht. Er erklärte lediglich, Scheitern sei „keine Option“. „Sucht ist nicht unsere Zukunft.“ Man werde eine drogenfreie Generation erziehen. Als Bestandteil des Kampfes gegen Drogen wertet Trump auch eine Mauer zu Mexiko, kämen doch 90 Prozent des Heroins in den USA über die südliche Grenze ins Land.

In den USA sind deutlich mehr Menschen als etwa in Deutschland schmerzmittelabhängig. Im Zwischenbericht einer Kommission mit Lösungsvorschlägen für Trump wird festgehalten, dass in den USA mehr Menschen an einer Überdosis sterben als an Verkehrsunfällen und Schussverletzungen zusammen. Von 1999 bis 2015 waren es demzufolge 560.000 Menschen. Zwei Drittel der Todesfälle waren mit Opioiden verbunden.

Nach Statistiken der Seuchenbekämpfungsbehörde CDC sind allein im Jahr 2016 etwa 64.000 Menschen in den USA durch eine Drogenüberdosis gestorben. Opioide waren demnach bei mehr als zwei Dritteln dieser Todesfälle im Spiel. © dpa/may/aerzteblatt.de

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