NewsPolitikGesundheitszustand hängt weiter stark vom Einkommen ab
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Gesundheitszustand hängt weiter stark vom Einkommen ab

Dienstag, 20. März 2018

/animaflora, stockadobecom

Berlin – Sozial Benachteiligte stehen in Deutschland weiter gesundheitlich schlechter da und haben eine geringere Lebenserwartung. Präventionsprogramme konnten in den vergangenen Jahren die Situation kaum verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt das Robert-Koch-Institut (RKI) in einem neuen Gesundheitsmonitoring. Wie der Leiter des Fachgebiets „Soziale Determinanten der Gesundheit“, Thomas Lampert, heute auf dem Kongress „Armut und Gesundheit“ erklärte, drohe die Kluft beim Gesundheitszustand zwischen Ärmeren und Besserverdienern in einigen Bereichen in den kommenden Jahren noch weiter auseinanderzudriften.

Besonders deutlich wird der Unterschied laut Lampert beim Rauchen sowie der körperlichen Aktivität. So rauchten Schwangere aus einem sozial schwachen Umfeld deutlich häufiger als schwangere Frauen mit sozial höherem Status. Auch bei der Bewegung und dem Übergewichtsrisiko von Kindern gibt es den Wissenschaftlern zufolge einen Zusammenhang zwischen dem sozialen Status der Familie und negativen gesundheitlichen Folgen. Ebenso sei für armutsgefährdete Männer die Lebens­erwartung etwa elf Jahre und bei Frauen etwa acht Jahre geringer im Vergleich zu Besserverdienern.

Anzeige

Der Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbands, Rolf Rosenbrock, beklagte eine fehlende Kooperation der Krankenkassen untereinander sowie mit den Wohlfahrts­verbänden bei Präventionsprogrammen. Entscheidend für eine gute Prävention sei es, auf die Lebenswelten der Menschen einzugehen und sich das Umfeld anzusehen. Dies sehe das Präventionsgesetz aber nicht vor. „Die beste Prävention ist die Lust auf die eigene Zukunft“, hob Rosenbrock hervor.

Die Vertreterin der Organisation Ärzte der Welt, Johanna Offe, warb für eine bessere medizinische Versorgung für alle in Deutschland lebenden Menschen. Zu viele fielen aufgrund unterschiedlicher Hindernisse aus dem System heraus. Die medizinische Versorgung für Asylbewerber liege noch unter dem, was die Krankenkassen als Mindestmaß festlegten. Und wenn jemand Beitragsschulden bei der Kasse habe, werde er durch eine schlechtere Versorgung abgestraft. Offe forderte eine Clearingstelle und die Möglichkeit für alle – im Zweifel auch anonym –, die notwendige medizinische Versorgung zu erhalten. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #720508
e.ne
am Freitag, 20. April 2018, 02:39

Was sind denn "sozial Benachteiligte"?

Das sind Jene, bei denen irgendwas anders ist.
Das können Flüchtlinge sein, Fremde aus anderen Ländern, aus anderen dt. Ländern,
Witwen, Waisen, Alleinstehende, Ledige, Frauen sein - was tun wenn sich Mann vor Frauen
"fürchtet" und dann ... ?
Das sind Menschen, mit denen niemand sprechen muss. Die fremd und alleine sind.
Das genügt völlig um von sofort an als Fremd irgendwo ausschliesslich Negativa ins Leben zu bekommen. - Einheimische und Fremde geht weder in der Großstadt noch auf dem Dorf.
Nicht einmal zwangsläufig in der Uni.
Deutschland besteht weniger aus Recht und Gesetz als aus ungeschriebenen Regeln, Wissen aus Erfahrung, was man alles so nicht, besser gar nicht, ganz anders macht.
1-2 Verrückte "schwarze Löcher" Wissens-Verstandeslos im Leben zu haben in 2 verschiedenen Ländern, genügt und ein Rechtsanwalt erklärt: "Wandern sie aus!"
Besser ausgebildeter als die meisten, weder Schulden noch Mietschulden, kein Alkohol, nie Drogen
gar niemand da, dem man was sagen tun könnte - aber das interessiert Geisteskranke, Wahnsinnige alles nicht. Sie wissen nur: Dass sie "nichts wissen müssen"! Seit "seit der Wende ist alles anders!"
LNS

Nachrichten zum Thema

24. Juni 2020
Buenos Aires – Argentinien droht nach Einschätzung der Vereinten Nationen (UN) aufgrund der Pandemie ein besonders harter wirtschaftlicher Absturz. „Für Millionen Argentinier sind die Konsequenzen
UN: Argentinien droht Massenarmut durch Pandemie
23. Juni 2020
Bonn – Der aktuelle Weltbildungsbericht warnt vor dem Ausschluss von Millionen Kindern und Jugendlichen aus den Bildungssystemen in aller Welt. Mehr als eine viertel Milliarde Kinder und Jugendliche
Weltbildungsbericht: Millionen Kinder werden ausgegrenzt
16. Juni 2020
Frankfurt – Ein neuer Webservice der Goethe Universität Frankfurt will den schnellen Ländervergleich zur aktuellen Coronapandemie ermöglichen. Entwickelt hat ihn Fabian Schubert aus der Arbeitsgruppe
Datenbank ermöglicht Ländervergleich zur Coronapandemie
15. Juni 2020
Berlin – Auch in Deutschland haben arbeitslose Menschen offenbar ein größeres Risiko, wegen einer COVID-19-Erkrankung im Krankhaus behandelt werden zu müssen. Darauf deutet eine Analyse der AOK
COVID-19: Schwere Krankheitsverläufe bei Langzeitarbeitslosen besonders häufig
12. Juni 2020
Duisburg/Essen – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet einen neuen überregionalen Sonderforschungsbereich (SFB/Transregio) zum Einfluss der Erwartung auf die Wirksamkeit medizinischer
Sonderforschung zum Einfluss der Erwartung an Behandlungen
12. Juni 2020
Bochum – Ein Forschungsteam der Ruhr-Universität Bochum (RUB) lässt menschliche Lungenorganoide aus Stammzellen wachsen. An ihnen können Wissenschaftler die Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2
Forscher züchten künstliche Lungen für die Coronaforschung
11. Juni 2020
Bonn – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat eine neue interdisziplinäre Kommission für Pandemieforschung eingerichtet. Ihr gehören 18 Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten an. Sie
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER