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Politik

Auch Erwachsene mit Downsyndrom benötigen Förderung

Mittwoch, 21. März 2018

München/Berlin/Frankfurt – Für einen Ausbau der Förderangebote auch für Erwachsene mit Downsyndrom hat sich Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml (CSU) ausgesprochen. Dazu müssten entsprechende Förderzentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen geschaffen werden, sagte Huml mit Blick auf den heutigen Welttag des Downsyndroms.

„Heutzutage können Menschen mit Downsyndrom bei frühzeitiger Behandlung und individueller Förderung oft ein weitgehend selbstständiges Leben führen“, sagte die Ministerin. Huml betonte, Menschen mit Downsyndrom hätten ein Recht auf Teilhabe.

Der stellvertretende Vorsitzende der Christdemokraten für das Leben (CDL) und ehemalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, kritisierte anlässlich des Welt-Downsyndrom-Tages, in Deutschland und in vielen anderen Ländern werde das Lebensrecht dieser Menschen immer mehr infrage gestellt.

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CDL lehnt Testverfahren ab

„Gab es bereits in der Vergangenheit durch Verfahren wie die Fruchtwasserunter­suchung und Nackenfaltenmessung schon eine engmaschige Fahndung nach ungeborenen Kindern mit Behinderungen, ist nun mit der sogenannten nichtinvasiven Pränataldiagnostik (NIPD) eine neue Dimension entstanden“, sagte er. Dadurch werde der Druck auf schwangere Frauen noch größer, diese Verfahren auch anzuwenden.

Anschließend berichten werdende Eltern laut Hüppe „nicht selten von einem ‚selbstverständlichen Rat‘, das Kind abzutreiben, wenn bei ihrem Kind Trisomie 21 festgestellt wurde“. Die CDL lehnten daher Testverfahren zur Feststellung von Behinderungen bei ungeborenen Kindern, die keinen therapeutischen Nutzen hätten, grundsätzlich ab.

Laut Hüppe sind diese Tests nach dem geltenden Gendiagnostik­gesetz sogar verboten, da im Gesetz eindeutig geregelt sei, dass vorgeburtliche genetische Untersuchungen nur dann erlaubt seien, wenn sie einem medizinischen Zweck dienten. Bei den ange­botenen Verfahren gehe es aber „in den allermeisten Fällen ausschließlich um die Selektion von ungeborenen Kindern mit Downsyndrom“. „Die Diagnose ist oft gleichzeitig das Todesurteil“, so Hüppe.

In die gleiche Richtung geht eine Stellungnahme der Bundesvereinigung Lebenshilfe. Sie lehnt eine Kostenübernahme für vorgeburtliche Bluttests durch die Krankenkassen ab. „Wenn zukünftig so gut wie alle Frauen in der Schwangerschaft ihr Blut auf das Downsyndrom hin untersuchen lassen, widerspricht das der UN-Behindertenrechts­konvention“, sagte die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, gestern in Berlin. Eine Kostenübernahme durch die Kran­ken­ver­siche­rung lege nahe, dass eine solche Untersuchung sinnvoll sei.

In Deutschland ist der Test, bei dem durch genetische Analyse im Blut von Schwan­­geren auf die Chromosomenstörungen des ungeborenen Kindes geschlossen werden kann, seit 2012 verfügbar. Seit August 2016 prüfen Ärzte und Krankenkassen eine mögliche Kostenübernahme des Bluttests bei Risikoschwangerschaften. Die Kosten liegen je Untersuchung bei einigen Hundert Euro.

Auf die besondere Bedeutung von Sport und Bewegung für Menschen mit Downsyndrom weist der im Januar 2018 gegründete Verein T21 – Gesundes Leben mit Downsyndrom hin. Zusammen mit dem Deutschen Down-Sportlerfestival will der Verein Wege aufzeigen, wie durch Sport und der Lebenskompetenz der Kinder Inklusion und Teilhabe vorangetrieben und die Betroffenen ein möglichst selbst­bestimmtes Leben führen können. © hil/aerzteblatt.de

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