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Politik

Jeder zweite Antrag auf medizinisches Cannabis abgelehnt

Donnerstag, 22. März 2018

/dpa

Berlin – Rund die Hälfte der Anträge von Patienten auf medizinisches Cannabis ist im Herbst des vergangenen Jahres abgelehnt worden. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

Nach Angaben des GKV-Spitzenverbands gab es rund 12.000 Anträge, von denen etwa 6.800 genehmigt wurden. Es sei dabei aber zu berücksichtigen, dass es möglich sei, nach erstmaliger Ablehnung erneut einen Antrag zu stellen. Die meisten Antragsteller wollten das Cannabis für Schmerztherapien.

Der Bundestag hatte im Januar 2017 einen Gesetzentwurf der Bundesregierung beschlossen, der die Ausgabe von Cannabis als Medizin ermöglicht. Demnach können schwer kranke Patienten auf Kosten der Kran­ken­ver­siche­rung mit hochwertigen Cannabisarzneimitteln versorgt werden. Die Therapie ist verschreibungspflichtig und muss zudem noch von der Krankenkasse genehmigt werden. © kna/aerzteblatt.de

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Practicus
am Samstag, 31. März 2018, 01:37

Krankes Gesetz

In gewohnter Unkenntnis der von ihnen zu verantwortenden Bedingungen der Vertragsmedizin hat die Politik leider vergessen, die Vorschriften zur "Off-Label-Verordnung" von Arzneimitteln in den AMR anzupassen. Ergebnis Die Kassen DÜRFEN in der Mehrzahl der Fälle die Kosten für Medizinalhanf gar nicht übernehmen! - zu den abgelehnten Anträgen müssen ja die wegen Aussichtslosigkeit gar nicht erst gestellten Anträge hinzugezählt werden.
Haupteffekt des Gesetzes ist eine enorme Preiserhöhung für das Naturprodukt "Cannabisblüten". Durch die Vorschriften zur Rezeptur und zur Qualtätskontrolle wird aus dem Überreichen einer Dose mit 5g granuliertem Hanf mit (ungenau) deklarierten Anteilen von THC und CBD für 75 EUR ein qualitätsgesicherter Herstellungsprozess, der den Preis auf ca 200 EUR hochtreibt. Wer bisher eine Ausnahmegenehmigung des BfArM besaß, aber keine Kostenübernahme der Krankenkasse erhielt, muss sich jetzt vom Schwarzmarkt versorgen - mit tragbaren Kosten, aber enormen juristischen Folgen.
Der verzweifelte Versuch, oberflächlich "Fortschrittchkeit" zu demonstrieren und gleichzeitig an der unbegründeten Prohibition um des erbotes Willen festzuhalten, ist gründlich danebengegangen!
Nicht zur vergessen: Trotz Genehmigungsvorbehalt stellen die Kassen fröhlich Püfanträge gegen die verordnenden Ärzte - Cannabisverodnung ist ja keine Praxisbesonderheit
Fpr mich ist die Konsequenz ganz einfach: Cannabis? Bei mir nicht!
Syntaxie
am Donnerstag, 29. März 2018, 12:03

Verbotsirrtum

"vom Gesetzgeber irgendwie mißbraucht"

Nicht nur irgendwie, sondern speziell wohl zur Aufrechterhaltung des Verbotsirrtums im Sinne des Satz 1 $17 STGB. Damit Teile der Polizei, Justiz u. Führerscheinstellen weiterhin ungestraft auch Existenzen vernichten dürfen, oder sollen !?

Irgendwer schrieb dort https://hanfverband.de/nachrichten/news/bundesgesundheitsministerium-veroeffentlicht-neue-zahlen-zu-cannabis-als-medizin
bezüglich Zahlen zu abgebrochenen Cannabistherapien:

"Über 270 von rund 400 ... eine 2/3 Mehrheit bestätigt damit
also mal wieder, daß Cannabis NICHT zu den teilweise lebensgefährlichen Narkosemitteln gehört und somit aus dem BTMG
zu verschwinden hat !
Bei der ziemlich verbreiteten demonstrativen Blödheit, sich auf THC als "DEN (betäubenden) Cannabiswirkstoff" zu beschränken, wird doch eigentlich auch immer deutlicher, daß das Cannabisverbot schlußendlich ein Irrtum ist.
Kleines Bild dazu, um klarzustellen, daß THC eben nicht alles ist
https://s3.amazonaws.com/leafly/content/cannabinoids-101-what-makes-cannabis-medicine/0kDQdUNqR0GCXCMdfgbs_leafly-cannabinoid-wheel-large.jpg"


Auch interessant aus einem Kommentar dort https://hanfverband.de/nachrichten/pressemitteilungen/ein-jahr-cannabis-auf-rezept-die-probleme-gehen-weiter

"Weil die Krankenkasse das Cannabis-Rezept eines anderen (schwer erkrankten) Patienten nicht übernommen hat, gab der verordende Hausarzt dem Patienten ein Schriftstück in die Hand, daß er sich aufgrund der "kriminell hohen" Kosten (bzw. Betrug) von Apotheken-Cannabis die Medizin andersweitig besorgen solle/müsse. Tage später bekam der Arzt den Anruf der Kripo, welche -aus Gründen- nicht einschreitete."


wgrohmann101555462
am Montag, 26. März 2018, 18:00

Cannabis-Ablehnungen

Ablehnung von Cannabis:
Der überwiegende Anteil der Patienten die eine Verordnung von Cannabis wünschen konnten die erforderlichen Kriterien der "Schwere der Erkrankung oder der fehlenden Wirksamkeit bzw. der unerträglichen Nebenwirkungen" in keiner Weise auch nur annähernd erfüllen. Meist waren es Personen die Cannabis als " Genußmittel" bereits früher eingenommen(geraucht) haben.
Als Arzt und Schmerzmediziner fühle ich mich vom Gesetzgeber irgendwie mißbraucht.
Dr. W. Grohmann

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