NewsAuslandEuroparat warnt Polen vor Verschärfung des Abtreibungsrechts
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Europarat warnt Polen vor Verschärfung des Abtreibungsrechts

Freitag, 23. März 2018

Warschau – Der Menschenrechtsbeauftragte des Europarats, Nils Muiznieks, hat die polnische Regierung vor einer Verschärfung des Abtreibungsrechts gewarnt. Muiznieks erklärte heute, weitere Einschränkungen des Rechts auf Schwangerschaftsabbrüche seien nicht mit den Verpflichtungen Polens hinsichtlich der Menschenrechte vereinbar. Für heute waren in Polen landesweite Proteste gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts geplant.

Hintergund ist ein Gesetzesvorstoß des ultrakonservativen Bündnisses „Stoppt Abtreibung“. Dieser sieht vor, dass ein fehlgebildeter Fötus künftig kein Abtreibungsgrund mehr ist. Würde dies Gesetz, so könnten Frauen in Polen nur noch abtreiben, wenn das Leben der Schwangeren unmittelbar bedroht ist oder sie infolge einer Vergewaltigung oder durch Inzest schwanger geworden sind. Muiznieks erklärte, die polnische Regierung solle Gesetzesvorschläge wie diesen entschieden verwerfen.

Anzeige

In Warschau, Krakau, Breslau, Stettin und andere Städten waren für den Nachmittag unter dem Motto „schwarzer Freitag“ Kundgebungen geplant. Im Oktober 2016 hatte das polnische Parlament einen ähnlichen Gesetzentwurf nach landesweiten Protesten abgelehnt. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #713112
koala11
am Freitag, 23. März 2018, 22:30

Recht auf Abbruch?

Und wieder einmal werden wir für dumm verschaukelt, auch wenn dies die x-te Wiederholung ad nauseam ist: "...weitere Einschränkungen des Rechts auf Schwangerschaftsabbrüche seien nicht mit den ... Menschenrechte(n) vereinbar". Man mag zum polnischen Vorgehen stehen, wie man will: Es gibt in der EU kein einheitliches "Recht" zum Abbruch, auch wenn Herr Muiznieks dies noch so gerne hätte und der einstige Tarabella-Report dies fordert: Not in my name. Das Recht auf Leben ist hingegen ein universal anerkanntes Menschenrecht, dessen Anerkennung sich nur so fortschrittliche Staaten wie z.B. Nord-Korea, die VR China und die USA mit dem Zulassen der Todesstrafe und folgerichtig "liberalen" Abtreibungsgesetzen verweigern.
Avatar #97872
Hampel.Robert
am Freitag, 23. März 2018, 21:01

Hm.

Das Recht auf Leben ist ein fundamentales Menschenrecht. Der Verstoß gegen dieses Menschenrecht, die Ermordung unschuldiger Kinder, kann doch nicht auch ein Menschenrecht sein. So wird der Menschenrechtsbegriff dank Europaratsmenschenrechtsbeauftragtem zur Farce.
Avatar #97872
Hampel.Robert
am Freitag, 23. März 2018, 20:55

Das Recht auf Leben ist ein Menschenrecht.

Nicht das Umbringen unschuldiger Kinder.
Avatar #97872
Hampel.Robert
am Freitag, 23. März 2018, 20:52

Das Recht auf Leben ist ein Menschenrecht.

Nicht aber der Verstoß gegen dieses fundamentale Menschenrecht.
Das Recht auf Leben und das Recht auf Ermorden eines unschuldigen Menschen können doch nicht beide gleichzeitig als Menschenrecht gelten. Entweder oder.

Ich bin für das Menschenrecht auf Leben.
Avatar #97872
Hampel.Robert
am Freitag, 23. März 2018, 20:40

Das Recht auf Leben ist doch ein Menschenrecht.

Ein noch zu gebärendes Kind umbringen ist kein Menschenrecht.

Der Menschenrechtsbeauftragte des Europarates scheint die Orientierung verloren zu haben und attackiert das elementare Menschenrecht auf Leben, anstatt für dieses einzutreten. Mit ein bißchen Geduld endet doch die Schwangerschaft von selbst mit der Geburt eines hoffentlich lebenden Kindes; um das Leben des Kindes zu retten werden doch eh auch Kaiserschnitte gemacht, Schwangerschaften also auf menschenwürdige Art und Weise "abgebrochen". Die Achtung vor dem Leben des Kindes macht aber den Unterschied. Die polnische Regierung geht ja nur gegen solche "Schwangerschaftsabbrüche" vor, die die Ermordung des noch nicht geborenen Kindes zum Ziel haben.

Also bitte, liebe EU, bitte kein "Fake"-Recht auf Mißachtung gegen das fundamentale Menschenrecht auf Leben propagieren!
LNS

Nachrichten zum Thema

20. September 2018
Straßburg – Der radikale Abtreibungsgegner Klaus Günter Annen ist mit einer Beschwerde vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gescheitert. Deutsche Gerichte hätten dem Mann zurecht in
Urteil: Kein Vergleich von Abtreibung mit Holocaust
18. September 2018
Wiesbaden – Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist im ersten Halbjahr leicht gesunken. Wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte, wurden insgesamt 52.145 dieser Eingriffe
Etwas weniger Abtreibungen im ersten Halbjahr
31. August 2018
Gießen – Der Berufungsprozess gegen die Gießener Ärztin Kristina Hänel wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche findet am 12. Oktober statt. Das teilte das Landgericht Gießen heute mit.
Berufungsprozess um Werbung für Schwangerschaftsabbruch im Oktober
30. August 2018
Kassel – Der Prozess gegen zwei Frauenärztinnen aus Kassel wegen des Verdachts verbotener Werbung für Schwangerschaftsabbrüche ist gestern vorerst ohne Ergebnis unterbrochen worden. Die Anwälte der
Befangenheitsantrag unterbricht Strafprozess gegen Gynäkologinnen
30. August 2018
Bremen – Das geplante öffentliche Bremer Ärzteverzeichnis für Abtreibungen stößt auf Lob und Kritik. Während die stellvertretende Landesfrauenbeauftragte die Liste als wichtige Informationsquelle für
Ärzteverzeichnis für Schwangerschaftsabbrüche stößt auf Lob und Kritik
28. August 2018
Bremen – Frauen, die in Bremen abtreiben wollen, konnten bisher nur schwer an Informationen kommen. Jetzt hat das Gesundheitsressort eine Liste mit Arztpraxen und Kliniken erstellt, die
Bremen erstellt Ärzteverzeichnis für Schwangerschaftsabbrüche
27. August 2018
Berlin – Das Landgericht Gießen hat das Berufungsverfahren gegen die Ärztin Kristina Hänel wegen Verstoßes gegen das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche nach Paragraf 219a vertagt. „Wegen des
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER