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Medizin

Gewalttätige Computerspiele machen Erwachsene nicht aggressiv

Montag, 26. März 2018

/Stefano Garau, stockadobecom

Hamburg – Das Spielen von Gewaltspielen am Computer hat in einer Studie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) das Aggressionsverhalten von Erwachsenen nicht nachhaltig oder langfristig beeinflusst. „Erforscht werden muss noch, ob diese Ergebnisse auch auf das Verhalten von computerspielenden Kindern oder Jugendlichen übertragen werden können“, schreiben die Forscher im Fachmagazin Molecular Psychiatry (2018; doi: 10.1038/s41380-018-0031-7).

Die in den Debatten über Gewaltspiele bisher genutzten Argumente stützten sich im Wesentlichen auf Studien, in denen die Teilnehmenden nur zwischen Minuten und Stunden ein Gewaltspiel gespielt haben. „Außerdem wurde das Verhalten der Spieler in den bisherigen Studien lediglich unmittelbar nach dem Spielen untersucht“, berichten die Wissenschaftler um Simone Kühn aus der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des UKE.

An der Studie der UKE-Wissenschaftler haben 90 Erwachsene teilgenommen, die in ihrem Alltag nicht regelmäßig Videospiele spielen und für die Studie in 3 Gruppen aufgeteilt worden sind. Eine Gruppe spielte in einem Zeitraum von 2 Monaten das gewaltverherrlichende Spiel Grand Theft Auto, in dem die Spieler für ihr aggressives Verhalten belohnt werden. Die Teilnehmenden der anderen Gruppe spielten im gleichen Zeitraum das Videospiel Sims, in dem die Spieler virtuelle Figuren kreieren, deren Aussehen sowie Personalität sie individuell anpassen und die sie dann in ihren sozialen Netzwerken begleiten können. Eine 3. Gruppe spielte keine Videospiele.

Die Spieler nutzten die Spiele über 2 Monate jeweils rund 33 Stunden. Sie wurden vor und unmittelbar nach diesen 2 Monaten untersucht und außerdem ein weiteres Mal 2 Monate nach dem letzten Videospiel. Die Wissenschaftler verwendeten für die Tests Fragebögen, aber auch Verhaltenstests für Agressionen. Auch Tests, um das Sozial­verhalten einzuschätzen – insbesondere die Empathie – kamen zum Einsatz.

„Der in der Öffentlichkeit oft angeführte negative Einfluss von Gewalt-Videospielen auf das Verhalten der Spieler lässt sich wissenschaftlich nicht nachweisen. In unserer Studie konnten wir keine signifikanten oder relevanten Verhaltensänderungen der erwachsenen Probanden feststellen“, erläuterte Kühn. Wichtig sei nun, die möglichen Effekte der Spiele auf Kinder und Jugendliche zu untersuchen. © hil/aerzteblatt.de

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