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Medizin

Wie die Entzündungsreaktion nach Schlaganfall Atherosklerose beschleunigt

Dienstag, 27. März 2018

/hywards, stockadobecom

München – Nach einem Schlaganfall ist das Risiko für ein weiteres Ereignis über Jahre hin erhöht. Insbesondere eine Atherosklerose in den großen Blutgefäßen ist dabei deutlich mit rezidivierendem Schlaganfall assoziiert. Über die Mechanismen dieser erhöhten Rezidivrate nach Schlaganfall aufgrund einer Atherosklerose berichtet jetzt eine internationale Arbeitsgruppe in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine (2018; doi: 10.1126/scitranslmed.aao1313).

Ein Schlaganfall führt bekanntlich zu einer Entzündungsreaktion. Wichtige Modu­latoren für die Reaktion sind Alarmine. Dies sind verschiedene Moleküle, die von sterbenden Hirnzellen in die Blutzirkulation ausgeschüttet werden. Hier können sie via bestimmter Rezeptoren Immunzellen aktivieren.

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Die Arbeitsgruppe um Artur Liesz vom Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung am Klinikum der Universität München konnte jetzt im Mausmodell zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Alarminen nach Schlaganfall und beschleunigter Atheroskleroseprogression gibt.

Danach kommt es nach Schlaganfall wie schon bekannt zu einer massiven Ausschüttung von Alarminen aus dem Gehirn und in der Folge zu einer Aktivierung des Knochenmarks. Immunzellen – Monozyten – werden mobilisiert und ein Anstieg von immunologischen Botenstoffen und Adhäsionsmolekülen auf den Gefäßwänden führt zu einer neuen Welle von Immunzellen, die in die Entzündungsherde der vorhandenen Plaques einwandern. Die Wissenschaftler konnten zeigen, dass dies nicht nur zur Vergrößerung, sondern auch zu einer gesteigerten Vulnerabilität der athero­sklerotischen Plaques führt.

Durch pharmakologische Hemmung der adrenergen Knochenmarksaktivierung beziehungsweise der ausgeschütteten Alarmine konnten die Forscher die Einwan­derung entzündlicher Zellen in die Plaques vermindern. Sie hoffen, damit einen Weg aufgezeigt zu haben, künftig die hohe Rezidivrate nach einem atherosklerotischen Schlaganfall zu reduzieren. © hil/aerzteblatt.de

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