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Die Zukunft der medizinischen Onkologie liegt in der Kooperation

Freitag, 23. März 2018

/karelnoppe, stock.adobe.com

Berlin – In der medizinischen Onkologie sind ein enges Zusammenspiel von Behandlung und Forschung sowie eine gute Vernetzung der Leistungserbringer nötig, um auch künftig die etwa 500.000 Menschen in Deutschland, die jährlich neu an Krebs erkranken, gut und umfassend versorgen zu können. Darauf wies die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) bei ihrer diesjährigen Frühjahrstagung am 22. und 23. März in Berlin hin.

Krebsneuerkrankungsraten gestiegen

Eine Untersuchung der Fachgesellschaft konnte zeigen, dass von 2008 bis 2020 bei Männern von einer Zunahme der Krebsneuerkrankungsrate von 18 Prozent und bei Frauen von neun Prozent auszugehen ist. Die Herausforderungen, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben, würden intensiv innerhalb der Fachgesellschaft diskutiert, sagte Carsten Bokemeyer, Vorsitzender der DGHO. Derzeit arbeiteten die verschiedenen Untergruppen der DGHO an einem gemeinsamen Positionspapier zur „Gegenwart und Zukunft der Medizinischen Onkologie“. Dieses stehe jetzt kurz vor der Fertigstellung.

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„Unser Ziel ist es, die Zukunft der Versorgung von Krebspatienten gemeinsam zu gestalten, und zwar über die Sektorengrenzen hinweg“, erläuterte Stephan Schmitz vom Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen in Deutschland (BNHO). Die optimale Patientenversorgung sei die gemeinsame Kernaufgabe, die es im Konsens – und nicht im Wettbewerb zu bewältigen gelte.  

Früher habe man oft Konkurrenzdenken und Abgrenzungstendenzen innerhalb der DGHO beobachten können, räumte Martin Bentz von der Arbeitsgemeinschaft der Hämatologen und Onkologen im Krankenhaus (ADHOK) ein. „Jetzt haben wir eine gemeinsame Ebene gefunden. Das ist der große Mehrwert des Papiers.“ Die verschiedenen Versorgungsebenen spielten wichtige Rollen, man brauche aber eine gute Vernetzung, um die Patienten flexibel zu führen, sagte Bentz.  

Klinische und translationale Forschung wichtig

Der rasante Wissenszuwachs in der Onkologie in den letzten Jahren habe die Möglichkeiten zur Krebsdiagnose und -therapie enorm erweitert, sagte Lorenz Trümper von der Vereinigung der universitären Hämatologen und Onkologen (VUHO). Man benötige jedoch nicht nur grundlagenbezogene Forschung, sondern auch klinische Forschung und translationale Forschung. Denn häufig lägen zum Zeitpunkt der Einführung einer neuen Therapie nur wenige Informationen vor, wie sie sich im Versorgungsalltag bewähren wird. 

Ziel sei deshalb die Etablierung einer „forschenden Medizin“ auf allen Versorgungs­ebenen, betonte Michael Hallek, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO. „Unser Positionspapier schafft das Bekenntnis, sich gemeinsam um den Patienten zu kümmern. Konkret bedeute das: Forschung ist gleich Therapie und Therapie ist gleich Forschung.“

In nahezu keinem anderen Gebiet der Medizin würden sich die nieder­gelassenen Kolleginnen und Kollegen so intensiv zur Forschung bekennen wie in der Onkologie. Die Hämatologen und Onkologen seien deshalb die Einzigen, die sich umfassend um Krebspatienten kümmern könnten, erläuterte Hallek. „Wir wollen zum ersten Ansprechpartner für Krebspatienten und auch für die Politik werden.“    

Innovationen auch in der Fläche an den Patienten bringen

„Eine wissengenerierende onkologische Versorgung wird helfen, die vorhandenen Wissenslücken beim Einsatz onkologischer Innovationen schneller zu schließen, damit die relevanten Aspekte tatsächlich beim Patienten ankommen“, betonte Schmitz. „Das Know-how haben wir!“ Wichtig seien bei diesem Prozess lokale und überregionale Tumorboards, in denen bei der Anwendung von Innovationen alle betreuenden Ärzte eng miteinander kooperierten und die Behandlungsdaten dokumentierten. „So werden wir es schaffen, Innovationen auch in der Fläche an den Patienten zu bringen.“ © ER/aerzteblatt.de

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