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Viele Ärzte skeptisch bei Lockerung des ausschließlichen Fernbehandlungs­verbots

Montag, 26. März 2018

/fotodesignart, stock.adeobe.com

Berlin – Die Pläne der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), das ausschließliche Fernbehand­lungs­verbot auf die Tagesordnung des kommenden Deutschen Ärztetags im Mai in Erfurt zu setzen und den Delegierten eine Lockerung zu empfehlen, stoßen bei vielen Ärzten auf Skepsis. Das zeigt eine Umfrage des Hartmannbundes.

Demnach sprachen sich 62 Prozent der rund 3.800 Umfrageteilnehmer gegen eine Lockerung des ausschließlichen Fernbehandlungsverbots aus. 45 Prozent der Umfrageteilnehmer befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung im Medizinstudium.

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33 Prozent der Teilnehmer arbeiteten überwiegend ambulant, 22 Prozent überwiegend stationär. Wie die Umfrage zeigt, wendete sich in allen Gruppen eine deutliche Mehrheit gegen die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes. Unter den ambulant tätigen Ärzten waren 69 Prozent gegen die Lockerung, bei den Klinikern 61 Prozent und unter den Medizinstudierenden immerhin noch 58 Prozent.

„Das Ergebnis zeigt, dass es nicht nur zum Thema Digitalisierung im Allgemeinen, sondern offenbar ganz konkret auch zur Online-Behandlung noch ein hohes Maß an Diskussions- und Aufklärungsbedarf gibt“, sagte der Hartmannbund-Vorsitzende Klaus Reinhardt. Um eine fundierte Entscheidung treffen zu können, brauche es deshalb möglichst umfangreiche und detaillierte Informationen.

Der BVMed hatte erst kürzlich die Lockerung begrüßt. Die Digitalisierung erschließe auch im Bereich der medizinischen Versorgung erhebliche Optimierungspotenziale, betonte BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim Schmitt. Beispiels­weise böten Videosprechstunden eine gute Möglichkeit für die Begutachtung chronischer Wunden.

Der Ärztetag will im Mai in Erfurt über eine Lockerung des Fernbehandlungsverbotes diskutieren. Bisher dürfen Ärzte ihre Patienten nur aus der Ferne behandeln, wenn sie sie zuvor einmal persönlich gesehen haben. In Baden-Würrtemberg wurde das Fernbehandlungsverbot für Modellprojekte bereits gelockert. © hil/sb/aerzteblatt.de

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