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Diabetesexperten fordern Mehrwert­steuerbefreiung für gesunde Lebensmittel

Mittwoch, 28. März 2018

sunabesyou - stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat beim Thema gesunde Ernährung einen Paradigmenwechsel von einer Verhaltens- zu einer Verhältnis­prävention gefordert. Gesunde Ernährung müsse allen Kindern in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen zugänglich sein, unabhängig von ihrem Sozialstatus, so die Fachgesellschaft.

Hintergrund sind Ergebnisse der aktuellen Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS), die das Robert-Koch-Institut zum dritten Mal in Folge durchgeführt hat. Demnach sind Mädchen und Jungen aus benachteiligten Familien nach wie vor sehr viel häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen als Gleichaltrige mit hohem sozialen Status.

Mehr Prävention notwendig

Aus Sicht der DDG ist es gesellschaftlich und gesundheitspolitisch nicht zu verant­worten, dass die soziale Herkunft die Gesundheit der Heranwachsenden derart stark beeinflusst. „Die Politik darf nicht dabei zusehen, dass die Chancen für ein gesundes Aufwachsen ungleich verteilt sind“, sagte DDG-Präsident Dirk Müller-Wieland. Bevölkerungsweite Präventionsmaßnahmen seien daher dringend erforderlich. Die Studie zeige deutlich, dass Gesundheit in Deutschland von sozialen Herkunftskriterien abhängt.

Zwar hätten viele Kindertagesstätten und Schulen gesüßte Getränke aus ihrem Angebot gestrichen. Doch reicht das nach Auffassung der DDG bei weitem noch nicht aus. „Für die Verpflegung in Schulen und Kitaeinrichtungen müssen die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verbindlich eingeführt werden“, forderte DDG-Geschäftsführerin Barbara Bitzer. Ebenso sollte täglich mindestens eine Stunde Sport in Kindertagesstätten und Schulen verpflichtend angeboten werden.

Auch ein gestuftes Mehrwertsteuersystem für Lebensmittel ist für die DDG längst überfällig. Ihr zufolge sollten ungesunde Produkte mit hohem Anteil an Zucker, Fett und Salz sowie süße Softdrinks mit dem vollen Mehrwertsteuersatz belegt, gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse hingegen von der Mehrwertsteuer befreit werden.

Ein sinnvolles Plus wäre eine zusätzliche Besteuerung von Soft Drinks mit 28 Prozent Mehrwertsteuer. Ebenso fordert die DDG ein Verbot für an Kinder gerichtete Werbung für ungesunde Lebensmittel. „Die Politik muss es den Menschen erleichtern, einen gesunden Lebensstil zu pflegen“, sagt Müller-Wieland. „Das würde dazu beitragen, dass künftig immer weniger Menschen an Diabetes erkranken.“ © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #722455
´hajodba@gmx.de
am Donnerstag, 3. Mai 2018, 22:43

"Die Situationen von "sozialbenachteiligten Menschen" eignen sich nicht für Propaganda"

Die von der "DDG" zitierte "Studie des Robert-Koch-Instituts" ist
zweifellos ein "objektiver Zustandsbericht", dessen "Ergebnisse
höchst bedauerlich" sind. Aber "nicht so neu", wie dies einige
"Ernährungs-Experten" für ihre "Propaganda-Zwecke" verwenden, um
ihre Vorschläge zu untermauern, mittels "fiskalischer Maßnahmen"
vor allem die "Ernährungsgewohnheiten von Sozialbenachteiligten"
grundlegend "verändern" zu wollen.

Leider geht aus der "Studie" nicht hervor, dass es einige Tausend

"Diabetiker Typ 2 gibt. die "Grundsicherung" beziehen
und denen seit längerem der "Mehrbedarfszuschlag für
kostenaufwändige Ernährung" verweigert wird",

weil laut einer "Stellungnahme der Deutschen Diabetes Gesellschaft
(DDG)" eine solche "Zulage nicht erforderlich" sei. Denn auch diese
"sozialbenachteiligten Typ-2-Diabetiker" könnten "alles essen".

Worauf dann sogar ein "Sozialgereicht entschieden" hat, dass diese
"Bezieher von Grundsicherung" sich von "billigen Lebensmitteln ernäh- ren" sollten, die sie beim "Discounter kaufen" und dabei dann auch
noch "Geld sparen" könnten (SG Dresden).

Dazu fällt mir ein "Satz" ein, den "Diabetes-Experten" im vergangenen
Jahr "propagiert" haben:

"Diabetes-Prävention fängt beim Einkauf an"
LNS
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