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Politik

AOK-Bundesverband fordert Neustart bei Digitalisierung

Donnerstag, 29. März 2018

/Picture-Factory, stock.adobe.com

Berlin – Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, hat die elektronische Gesundheitskarte (eGK) für gescheitert erklärt und einen Neustart bei der Digitali­sierung des Gesundheitswesens gefordert.

Seit fast 20 Jahren werde in dieses System investiert, bislang gebe es keinen Nutzen, sagte er der Rheinischen Post. „Bis Ende 2018 werden wir zwei Milliarden Euro dafür aufgewendet haben. Das ist eine Technologie aus den 1990er Jahren, die zu Monopol­preisen aufrechterhalten wird“, monierte Litsch.

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Der AOK-Bundesverband-Chef forderte erneut, die Betreibergesellschaft Gematik in eine Regulierungsagentur umzuwandeln. Diese sollte nur noch die Rahmenbedin­gungen für Sicherheit, Transparenz und Anschlussfähigkeit schaffen und darauf hinwirken, dass internationale inhaltliche Standards beispielsweise für Patientenakte und Medikationsplan genutzt würden.

Es sei nicht sinnvoll, jedes Umsetzungsdetail auf einer Gesundheitskarte vorzu­schreiben. „Es ist auch unrealistisch, wie es das System der Gesundheitskarte vorsieht, dass die Patienten ihre Daten nur in Arztpraxen einsehen können“, kritisierte Litsch. Patienten müssten jederzeit Zugriff haben, auch mobil über ihre Smartphones. Die Datenhoheit liege ausschließlich beim Patienten.

Litsch richtete an den neuen Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) die Erwartung, dass dieser „die Zeichen der Zeit erkennt und die Digitalisierung im Gesundheitswesen auf neue Füße stellt“. Spahnt hatte kurz nach seiner Ernennung angekündigt, er wolle die stockende Einführung einer voll funktionierenden elektronischen Gesundheitskarte beschleunigen. Er wolle, dass Patienten, Ärzte und Pflegekräfte in den nächsten dreieinhalb Jahren einen Mehrwert spüren könnten, weil es Versorgung besser mache. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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Avatar #745869
GuckRichtigHint
am Mittwoch, 4. April 2018, 21:25

Smartphones? Wirklich??

Himmel hilf, was haben denn in Gottes Namen alle immer mit Ihren Smartphones??
Was zum Geier sollen Zugangsdienste auf meine GESUNDHEITSDATEN auf meinem Smartphone?
Onlinebanking über die Dinger wird von allen seriösen Experten schon als extrem kritisch angesehen.

Man muss und darf nicht alles und jeden in eine leicht zugängliche Cloud bringen!
Wenn ich als Patient Zugriff auf die von meiner Versicherung erbrachten Leistungen hinsichtlich meiner Gesundheit haben möchte, logge ich mich dort ein und bekomme haarklein aufgezählt, welcher Arzt welche Leistungen erbracht hat.

Daten, die meine Ärzte über die Abrechnung an die Kasse übermittelt haben.

Das dieser Weg zukünftig direkt aus der Praxis in die TI geht und dann von den Kassen entsprechend abgegriffen wird und gegen die Abrechnungsdaten der KVen gegengeprüft werden kann - feine Sache.

Das meine Ärzte über kurz, oder besser lang, ihre Befunde eben über diesen Weg untereinander austauschen können - feine Sache.

Und das diese Daten eben nicht auf der Karte sind, sondern die Karte nur als Schlüssel für das System dient - auch feine Sache.

Und das eben nicht 200 Krankenkassen ihre eigene digitale Akte aufbauen und damit 200 verschiedene Systeme gegen Angriffe gesichert werden müssen - auch feine Sache.

Ich bezweifle ganz arg, dass gerade kleine Kassen dahingehend den Aufwand betreiben können wie es eben eine zentrale Stelle mit knallharten Vorgaben tun kann.

Und wenn ich als Versicherter Zugriff auf meine Daten über eine Anmeldung bei meiner Versicherung erhalte - das reicht doch.

Nicht alles muss überall und jederzeit verfügbar sein.

Es gibt keine CLOUD - es ist immer der Computer eines anderen...

Ich arbeite in der Branche und ich rüste derzeit Praxen mit der entsprechenden Technik aus und ehrlich, mir macht der laxe Umgang mit E-Mail und Befundübermittlung über eben diese und das über Postfächer bei GMX oder web.de, oder wie sie alle heißen, viel mehr Sorgen.

Ich finde die Blauäugigkeit dahingehend absolut erschreckend.

Im übrigen: Ihre "Funktionäre" sind ihre Leute... ;-)

Und nein, ich finde nicht alles was digital geht nötig und toll.
Ein gesundes Mittelmaß wäre angebracht.

Und jetzt hätte ich gern noch einen Beleg für die Behauptung die eGK wäre nicht konform mit der DsGvo.
Dieses Argument höre ich des öfteren, nur belegen kann es niemand.

Liebe Grüße aus dem nichtärztlichen Teil dieser Welt.
Avatar #110206
kairoprax
am Donnerstag, 29. März 2018, 18:59

par ordre du mufti: "Gehen Sie zurück auf Los ..."


...gehen Sie direkt dorthin, ziehen Sie nicht 4000 Euro ein!"
Wann kommen denn einem Spitzenfunktionär die Erleuchtungen? Im Schlaf? Oder hat er sich die Sache mal genauer angeschaut? Oder bewegt sich die AOK innerlich bereits in Richtung eGK 2.0?
Das klinmgt am wahrscheinlichsten!
Denn dann würde das nächste Beschäftigungsprogramm für IT-Analphabeten starten können.
Es ist eine Schande!
Die Ärzteschaft hat sich auf gefühlt hindert Ärztetagen konsequent immer gegen die eGK ausgesprochen. Die Technik ist bei allen, die etwas davon verstehen als unreparierbatr veraltet dargestellt worden. Inzwischen haben wir mit Windows 2000, ME, XP, Vista, 7, 8, 8.1 und 10 eine ganze Kette von Betriebssystemen hinter uns gebracht, und keiner denkt daran, mit Mindows 98 zu arbeiten. Aber genau aus der Zeit stammt die elektronische Gesundheitskarte. Eine Zeit, in der es weder Clouds noch USB-Sticks gegeben hat. Der einzige Virus damals hieß Melissa und war ein freundliches kleines Ding im Vergleich zu den Trojanern, die heute selbst den Bundestag lahmlegen.
Okay, machen wir einen Neustart bei der Digitalisierung.
Vielleicht sollte man damit beginnen, die gematik zu beseitigen. Im nächsten Schritt wäre es angebracht, die Ärztebn zu fragen, und nicht deren Funktionäre, welche IT wir in der Medizin brauchen. Und schließlich sollte man sich die EU-Datenschutzgrundverordnung genauer anschauen. Vermutlich wäre dann ein Machtwort eines AOK-Chefs garnicht mehr nötig, weil dort bereits steht, daß es nicht geht mit der eGK.
Es ist ein Trauerspiel ...
LNS

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