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Umwelthilfe klagt gegen weitere Städte wegen schlechter Luft

Donnerstag, 29. März 2018

/dpa

Stuttgart – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bundesweit weitere elf Klagen zur Durchsetzung von besserer Luft eingereicht. Zur Begründung teilte die DUH heute in Berlin mit, die Städte verweigerten Maßnahmen wie das Dieselfahrverbot, um die Grenzwerte der Stickstoffdioxid-Belastung einzuhalten.

Betroffen sind Dortmund, Bochum, Düren, Paderborn und Offenbach sowie Heilbronn, Ludwigsburg, Backnang, Esslingen, Marbach und Reutlingen. Insgesamt klagt die Umwelthilfe nun bundesweit gegen 28 Städte. Dass nur gegen elf Städte geklagt werde, liege an der „besonderen Eilbedürftigkeit“ wegen der hohen Belastungswerte, aber auch an Personal- und Geldmangel, teilte der Verein mit. Man behalte sich aber vor, künftig auch gegen weitere Kommunen vor Gericht zu ziehen.

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Die betroffenen Städte hätten nach amtlichen Messungen im Jahr 2016 eine besonders hohe Stickstoffdioxid-Belastung von durchschnittlich mehr als 50 Mikrogramm pro Kubikmeter aufgewiesen. Die DUH habe Anfang März 40 Städte mit deutlich überhöhten Werten angeschrieben, nachdem das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig Fahrverbote für Dieselautos als zulässige Maßnahme gegen die Überschreitung von Grenzwerten erachtet hatte. © dpa/aerzteblatt.de

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nabilabdulkadirdeeb.germany
am Freitag, 6. April 2018, 16:05

Die EU-Kommission kann Deutschland, Tschechien, Spanien, Frankreich, Italien, Ungarn, Rumä­nien, der Slowakei und Großbritannien wegen zu hoher Stickoxidwerte in vielen Städten vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen


Nabil Abdul Kadir DEEB ;
Arzt . médecin . doctor .




Die EU-Kommission kann Deutschland, Tschechien, Spanien, Frankreich, Italien, Ungarn, Rumä­nien, der Slowakei und Großbritannien wegen zu hoher Stickoxidwerte in vielen Städten vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen

Stickoxide bestehen aus Stickstoff und Sauerstoff. Die giftigen Gase entstehen bei Verbrennungsprozessen, insbesondere von Dieselmotoren. Aber auch wenn Öl, Gas, Holz oder Kohle verkokeln, etwa zum Heizen oder um Strom zu erzeugen, entstehen die Gase. Experten unterscheiden Stickstoffmon- (NO) und Stickstoffdioxid (NO2). Zusammen werden sie als Stickoxide (NOx) bezeichnet. Vor allem Stickstoffdioxid belastet die Gesundheit.

Stickoxide gelten in Ballungszentren als Luftverschmutzer Nummer eins. In letzter Zeit häufen sich die Indizien für ihre gesundheitsschädigende Wirkung. Sie greifen die Schleimhäute der Lunge an, schädigen Gefäße und können sogar zu Diabetes führen.

Rund drei Millionen Menschen sterben laut WHO jedes Jahr weltweit, weil die Atemluft verschmutzt ist. Je intensiver die Forschung, desto deutlicher werden die Zusammenhänge. Einer aktuellen Untersuchung des Helmholtz Zentrums München zufolge endet das Leben für 6.000 bis 8.000 Menschen in Deutschland vorzeitig infolge von Herzkreislauferkrankungen, die Stickstoffdioxide mitverursachen. Zum Tode führen vor allem Herzinfarkte und Schlaganfälle; etwa ein Viertel der Menschen stirbt an den Folgen eines Lungenleidens.

Gefährdet für die gesundheitlichen Probleme durch Stickoxide sind insbesondere Kinder und ältere Menschen. Kinder haben ein vulnerableres Immunsystem als Erwachsene. Die Barrierefunktion von Haut und Lungen ist noch nicht vollständig ausgebildet. Außerdem atmen sie pro Minute häufiger ein und aus und nehmen dadurch mehr Schadstoffe auf. Bei älteren Menschen wiederum lässt die Funktion des Immunsystems nach, so dass sie angreifbarer sind.

Berufspendler und Menschen, die an befahrenen Straßen leben, sind einem größeren gesundheitlichen Risiko ausgesetzt, da sie vermehrt Partikel einatmen. Ebenso sind chronisch Lungenkranke betroffen: Bei Asthmatikern oder Patienten mit einer Raucherlunge reizen schon geringe Mengen an Stickstoffdioxid die Atemwege.

Aber auch bei ansonsten gesunden Menschen zeigen sich Effekte. In einer zehnjährigen Untersuchung mit 1,2 Millionen Römern stieg die Wahrscheinlichkeit, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenkrebs zu sterben, wenn die Menschen in Gebieten mit hoher Stickoxidbelastung lebten.

Stickstoffdioxid verursachen auf zweierlei Wegen Gesundheitsprobleme. Ab einer Konzentration von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter lösen sie direkt an den Schleimhäuten der Atemwege Entzündungen aus. Dauern diese an, können Asthma, chronische Bronchitis und eine Raucherlunge die Folge sein. Und: Die winzigen Partikel gelangen beim Einatmen in den Blutkreislauf. Dort schädigen sie durch entzündliche Prozesse die Gefäße. Die Folge sind Schlaganfälle, Herzinfarkte und sogar Altersdiabetes.

Riskantes Trio - Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt :

Wer nicht nur an einer der drei kritischen Volkskrankheiten leidet, erhöht sein Risiko frühzeitig zu versterben gleich um ein Vielfaches. Diabetes, Schlaganfall und Herzinfarkt – jede Erkrankung ist für sich ein Risikofaktor, der die Lebenserwartung gegenüber Gesunden verkürzt. Nun haben Wissenschaftler ausgerechnet, wie sich ein Zusammenkommen von zwei oder sogar drei dieser Volkskrankheiten auswirkt.

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/sendung-vom-09-08-2017-verkehrslaerm100.html

Das soziale Recht auf ein Höchstmaß an Gesundheit Artikel 3c15 (1) :

Jeder Mensch hat das Recht auf Achtung, Schutz und Förderung seiner Gesundheit sowie auf Inanspruchnahme der Gesundheits- und Pflegeleistungen. (2) Dieses Recht ist insbesondere durch einen gleichberechtigten, solidarisch finanzierten, diskriminierungsfreien Zugang zu den Leistungen der Gesundheitsförderung, Vorsorge, Versorgung und Nachsorge zu gewährleisten. Dies umfasst auch den Zugang zu Pflegeleistungen und Palliativversorgung. (3) Der Staat ist zur Gestaltung gesundheitsförderlicher Bedingungen in allen Lebensbereichen verpflichtet. Dazu gehört vor allem die Verminderung sozial bedingter gesundheitlicher Ungleichheit, um jedem Menschen umfassendes körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden zu gewährleisten.

P.S. :Zitiert nach: Gesetzentwurf zur Aufnahme Sozialer Grundrechte in das Grundgesetz, Bundestags-Drucksache 18/10860

Nabil Abdul Kadir DEEB ;
Arzt . médecin . doctor .

P.O. Box 20 10 53 ;
53140 Bonn - Bad Godesberg :
GERMANY
e.mail:
nabilabdulkadirdeeb.germany@gmail.com
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