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Medizin

Erhöhter Blutdruck vor der Schwangerschaft kann Fehlgeburten auslösen

Mittwoch, 4. April 2018

/didesign, stockadobecom

Bethesda – Eine Hypertonie ist nicht erst während der Schwangerschaft gefährlich für das ungeborene Kind. Nach den Ergebnissen einer Studie in Hypertension (2018; doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.117.10705) steigert bereits ein erhöhter Blutdruck vor der Schwangerschaft das Risiko auf eine Fehlgeburt.

Ein Blutdruckanstieg in der Schwangerschaft ist nicht ungewöhnlich. In Deutschland entwickeln 6 bis 8 % aller Schwangeren eine Gestationshypertonie. Sie ist als häufigste Schwangerschaftskomplikation für 20 bis 25 % der perinatalen Todesfälle verantwortlich.

Wegen des höheren Alters der Schwangeren und der Verbreitung der Adipositas haben immer mehr Frauen bereits vor der Schwangerschaft einen zu hohen Blutdruck. Die Endorganschäden an den Blutgefäßen könnten die Entwicklung und Funktion der Plazenta beeinträchtigen und damit die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft gefährden.

Die Epidemiologin Carrie Nobles vom National Institute for Child Health and Human Development in Bethesda hat hierzu die Daten der EAGeR-Studie ausgewertet. An der Studie hatten mehr als 1.200 Frauen im Alter von 18 bis 40 Jahren teilgenommen, die nach früheren Schwangerschaftsverlusten wieder versuchten, schwanger zu werden.

Die Studie (EAGeR steht für „Effects of Aspirin on Gestational and Reproduction; 2007-2011) hatte untersucht, ob eine Behandlung mit niedrig dosiertem Aspirin vor und während der Schwangerschaft die Frauen vor einer erneuten Fehlgeburt schützt, was nach den 2014 im Lancet veröffentlichten Ergebnissen nicht der Fall ist. 

Nach den Berechnungen von Nobles nahm das Risiko eines Schwangerschaftsverlustes pro 10 mmHg-Anstieg des diastolischen Blutdrucks um 18 % zu (Hazard Ratio 1,18; 95-%-Konfidenzintervall 1,03–1,36). Ein Anstieg des mittleren arteriellen Drucks um 10 mmHg war mit einem um 17 % (Hazard Ratio 1,17; 1,02–1,35) erhöhten Risiko assoziiert. Die präkonzeptionelle Hypertonie erhöhte das Risiko in ähnlichem Maße wie die gleiche Blutdrucksteigerung während der Frühschwangerschaft.

Die Studie kann nicht beweisen, dass der erhöhte Blutdruck für den Schwangerschafts­verlust verantwortlich ist. Es bleibt möglich, dass ein anderer, noch zu identifizierender Faktor für die Fehlgeburten auslöst. Nobles konnte allerdings einige konkurrierende Risikofaktoren wie das Alter der Mutter, Body-Mass-Index oder Rauchen als Erklärung ausschließen. Die Epidemiologin rät den Frauen, die Zeit des Kinderwunsches für eine Veränderung ihres Lebensstils zu nutzen und die Faktoren zu vermeiden, die für den Anstieg der Hypertonie verantwortlich sind (auch wenn derzeit nicht durch Interventionsstudien belegt ist, dass dadurch die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft steigen).

Wissenschaftlich erwiesen ist dagegen, dass die Vermeidung einer arteriellen Hypertonie als wichtigster kardiovaskulärer Risikofaktor im Alter vor Herzinfarkt und Schlaganfall schützen kann. © rme/aerzteblatt.de

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