NewsVermischtesKarlsruhe will im April über ersten Drogenkonsumraum entscheiden
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Karlsruhe will im April über ersten Drogenkonsumraum entscheiden

Mittwoch, 4. April 2018

Drogenkonsumraum der Kontakt- und Beratungsstelle Drob Inn in Hamburg /dpa

Karlsruhe – Der Karlsruher Gemeinderat wird voraussichtlich am 24. April über den landesweit ersten Drogenkonsumraum beraten. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) will in seiner Stadt eine Anlaufstelle schaffen, in der schwerst Drogenabhängige mitgebrachte Drogen wie Heroin und Kokain unter hygienischen Bedingungen einnehmen können.

Stimmt der Gemeinderat zu, will Mentrup beim Land Druck machen. Angesichts von mehr Drogentoten, Belastungen durch Drogensüchtige auf der Straße und guten Erfahrungen andernorts müsse sich die CDU bewegen. „Sie würde sich sonst den Vorwurf einhandeln, Überlebenshilfe für Schwerstkranke zu verweigern“, sagte Mentrup.

Anzeige

Landesregierung uneinig

Für einen Drogenkonsumraum – auch „Fixerstube“ genannt – muss das Land die rechtliche Grundlage per Verordnung schaffen. Doch die Einrichtung ist innerhalb der grün-schwarzen Landesregierung umstritten. Während Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) das Vorhaben unterstützt, hat das schwarz geführte Innenministerium dem Vernehmen nach Bedenken – etwa wegen eines möglichen „Drogentourismus'“.

Auch im CDU-Justizministerium ist man abwartend. Man befinde sich in Abstimmung. Bei einem positiven Bescheid aus Stuttgart könnte der Karlsruher Drogenkonsumraum 2019 an den Start gehen. Bundesweit gibt es zwei Dutzend Drogenkonsumräume.

Aus Sicht der Landtags-FDP muss die CDU in der Drogenhilfe „endlich aus dem Bremserhäuschen“ kommen. „Es nützt nichts, die Augen vor der Realität zu schließen“, betonte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Jochen Haußmann, heute. „So wie sich die CDU seinerzeit mit der Diamorphin-Behandlung viel zu lange geziert hat, scheint nun wieder eine Hängepartie auf dem Rücken der Betroffenen zu drohen.“ Es gehe um Hilfen für Schwerstabhängige und auch um ein Stück Prävention.

Denn niemand könne Interesse an unhaltbaren Zuständen auf öffentlichen Plätzen, Spielplätzen oder Toiletten haben, wenn dort gebrauchte Spritzen umherlägen. Haußmann sagte, es gehe auch um die Wahrung der Würde der Menschen, die am Abgrund stünden – und nicht um den Einstieg in eine Legalisierungsdebatte. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. November 2018
Tampa – Die um sich greifende Drogenepidemie und eine zunehmende Zahl von Suiziden lassen die durchschnittliche Lebenserwartung der US-Bürger sinken. Die Lebenserwartung habe 2017 bei 78,6 Jahren
Drogenmissbrauch und steigende Suizidrate lassen Lebenserwartung in USA sinken
26. November 2018
Hannover – Suchtprävention müsste nach Ansicht von Experten schon viel früher einsetzen als bisher. Arztpraxen, Kitas oder Sportvereine sollten dabei besser einbezogen werden, heißt es in einer Studie
Suchtprävention muss früher beginnen
19. November 2018
Rotterdam – Der Versuch eines Drogensüchtigen, sich während einer Rehabehandlung mittels Inhalation eines Deodorants in einen Rausch zu versetzen, endete tödlich. Der 19-Jährige starb nach mehreren
„Sudden sniffing death“: Herztod durch Deodorant
7. November 2018
Berlin – Die Drogenbeauftragte der Regierung, Marlene Mortler (CSU), hat zu einem unverstellten Blick auf die Realität von Suchterkrankungen in Deutschland aufgerufen. „Jeder und jede in diesem Land
Drogenbeauftragte fordert Entstigmatisierung der Suchtkranken
1. November 2018
Berlin – Nach jahrelangen Überlegungen will das Land Berlin Testmöglichkeiten für Drogen wie Ecstasypillen schaffen. Ein Modellprojekt zum Drug-Checking starte heute, teilte ein Sprecher der
„Drug-Checking“: Vorbereitungen für Drogentest-Projekt laufen an
18. Oktober 2018
Berlin – Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat eine stärkere auch gesamtgesellschaftliche Prävention vor allem gegen den übermäßigen Konsum von Alkohol und Tabak
Drogenbeauftragte für mehr Prävention gegen Alkohol- und Tabakkonsum
27. September 2018
Gainesville/Florida – Eine offenbar nicht ganz ungewöhnliche Praxis von Drogenhändlern, die Wirkung von synthetischen Cannabinoiden mit Rodentiziden zu verstärken, hat in den USA im Frühjahr zu einer
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER