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Ausland

Hilfsorganisation sieht Unabhängigkeit der WHO in Gefahr

Mittwoch, 4. April 2018

/dpa

Frankfurt am Main – 70 Jahre nach Gründung der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) befürchtet das Hilfswerk medico international, dass die Organisation ihre Unab­hängigkeit verliert. Benötigt werde eine unabhängige und handlungsfähige WHO, die auch Konflikte mit der Wirtschaft nicht scheue, erklärte die Menschenrechtsorgani­sation heute in Frankfurt.

Nach Angaben von medico international kann die WHO über die Pflichtbeiträge ihrer 194 Mitgliedsländer nur noch 20 Prozent des Jahresbudgets bestreiten. Daher sei eine konsequente Anhebung der Pflichtbeiträge notwendig; eine 2017 durchgeführte Erhöhung um drei Prozent sei „reine Kosmetik“.

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Einflussnahme möglich

Aufgrund ihrer ungesicherten Finanzierung gerate die Organisation zunehmend in die Abhängigkeit von freiwilligen Zuwendungen wie der Stiftung des US-amerikanischen Unternehmers Bill Gates. „Dies ermöglicht es externen Akteuren, massiv Einfluss auf die Ausrichtung der WHO zu nehmen“, kritisierte der medico-Gesundheitsexperte Andreas Wulf.

Unter diesen Bedingungen sei eine angemessene Antwort auf die großen gesund­heitlichen Herausforderungen wie globale Epidemien oder die wachsende Resistenz gegen Antibiotika nicht möglich. Zudem sabotierten Regierungen der Industrie­nationen mit Freihandelsabkommen grundlegende Errungenschaften der WHO wie das völkerrechtlich bindende Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabak­gebrauchs von 2003.

Die WHO dürfe aber weder Dienerin noch Dienstleisterin der Wirtschaft oder ihrer Mitgliedsstaaten sein, wenn sie weiterhin als die „führende und koordinierende Institution der Weltgesundheit“ verstanden werden wolle.

Die WHO wurde am 7. April 1948 als Sonderorganisation der Vereinten Nationen gegründet. Im Gedenken daran wird jedes Jahr am 7. April der Weltgesundheitstag gefeiert. Für die WHO mit Sitz im schweizerischen Genf arbeiten nach eigenen Angaben mehr als 7.000 Menschen unter anderem daran, internationale Gesund­heitsmaßnahmen zu koordinieren, medizinische Forschung zu unterstützen und Soforthilfe bei Katastrophen zu leisten. Ihr gehören 194 Mitgliedstaaten an. © kna/aerzteblatt.de

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