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Medizin

E-Zigaretten können zum Experimentieren mit Tabakzigaretten anregen

Mittwoch, 4. April 2018

/dpa

Köln – Der Konsum von E-Zigaretten kann laut einer Studie Jugendliche zum Rauchen von Tabakzigaretten anregen. Der Untersuchung zufolge, die im Deutschen Ärzteblatt erscheint (Dtsch Arztebl Int 2018; 115(14): 243-8), griffen Jugendliche mit E-Zigarettenerfahrung eher zur Tabakzigarette als Jugendliche ohne vorherige Erfahrungen mit E-Zigaretten, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mitteilte.

An der vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel durchgeführten Studie mit dem Titel „E-Zigaretten und der Einstieg in den Konsum konventioneller Zigaretten“ wirkten 2.186 Zehntklässler mit, die bislang keinerlei Tabakzigaretten geraucht hatten.

Autoren sehen deutlichen Zusammenhang

Die Schüler wurden für die Untersuchung vom Institut für Therapie- und Gesundheits­forschung in Kiel sechs Monate lang beobachtet. Demnach begannen 22 Prozent der Befragten, die bereits E-Zigaretten probiert hatten, auch mit dem Tabakrauchen. Von den Jugendlichen, die zuvor keinerlei E-Zigarettenerfahrung hatten, fingen nur zehn Prozent mit dem Tabakrauchen an.

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„Die Studienergebnisse zeigen eindeutig: jugendliche Nie-Raucher experimentieren häufiger mit konventionellen Zigaretten, wenn sie zuvor E-Zigaretten konsumiert hatten“, sagte der Geschäftsführer des IFT-Nord, Reiner Hanewinkel. Auch wenn bekannte Risikofaktoren für den Einstieg ins Rauchen statistisch kontrolliert würden, bleibe der Zusammenhang zwischen vorherigem Konsum von E-Zigaretten und späterem Experimentieren mit Tabakzigaretten deutlich erkennbar.

„Es gilt ganz klar zu verhindern, dass junge Menschen durch den Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas zum Tabakrauchen angeregt werden", erklärte die BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss zu den Studienergebnissen. Deshalb biete man verstärkt Informationsangebote zu den Risiken von E-Produkten an.

Thaiss zufolge liegt bei den Zwölf- bis 17-Jährigen die Raucherquote bundesweit mit aktuell 7,4 Prozent auf einem historischen Tiefstand. „Die Jugendlichen sind dem Rauchen gegenüber zunehmend kritisch eingestellt – diesen Präventionserfolg wollen wir weiterhin stabilisieren“, sagte sie.

© afp/may/aerzteblatt.de

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cis2000
am Dienstag, 5. Juni 2018, 21:54

Prävention = Geld in meine Tasche!

Was ist wahr? Was ist falsch? Wem nutzen diese Studien? Wer finanziert solche Studien? Welchen Ausgangspunkt hat eine Studie? Wer gibt welche Studie in Auftrag? Was kann man noch glauben?
Der Dampfer als neues Ziel der Prävention, weil die Raucher umsteigen? Geht es um Steuern, Nikotinersatzprodukte oder Entwöhnungspatienten? Sind Wissenschaftler und Mediziner noch ehrlich? Wem kann man noch trauen, in Zeiten von Kohlendioxyd, Feinstaub, Dieselskandal und BANF-Skandal. Sollte man eine einstweilige Verfügung erwirken, dass man Dampfen kann? Bringt man als Dampfer etwa auch Menschen um, wie die Raucher? Trägt die Dampfe nachhaltig zur Klimaerwärmung bei? Wie viele Mäuse und Ratten mussten wieder ihr Leben lassen? Diese Frage sollte für uns die EU klären!
Tut mir leid.
MS2018
am Donnerstag, 5. April 2018, 09:40

Warum?

Wo nehmt ihr eigentlich eure Infos her? Von den Nikotinersatzprodukt Protuzenten? Was zahlen die euch für die ganzenlügen? Es ist erwiesen das über 90% der in Deutschland Dampfenden Menschen ehemaliger Raucher sind!!!
Und allen geht es jetzt besser! Es gibt null Hinweise das die E Zigarette zum Tabak führt! Ihr solltet eher für die E Zigarette werben als dagegen!Das ließt sich immer wie ein bezahlter Text von Pharma und Co.
KickAssAngel
am Donnerstag, 5. April 2018, 09:37

Äußerst fragwürdiger Artikel

Haben Sie sich wirklich mit der Studie beschäftigt? Mir scheint es, als beruht ihr Artikel lediglich auf der Einleitung der Studie. Haben Sie bei Ihrem Zitat von Herrn Hanewinkel absichtlich den nachfolgenden Satz weggelassen? Dort sagt dieser nämlich unmissverständlich: "Die 6-monatige Beobachtungszeit erlaubt keine Aussage darüber, ob die Nutzung von E-Zigaretten mit der Entwicklung von Tabakabhängigkeit verbunden ist." Geht es noch eindeutiger? Ja! Denn weiter heißt es: "Die Gateway-Hypothese lässt sich aus ethischen Gründen nicht mittels experimenteller Anordnung untersuchen. Beobachtungsstudien sind generell anfälliger für systematische Verzerrungen als randomisierte klinische Studien und erlauben keine unmittelbaren kausalen Schlussfolgerungen." Außerdem: "Es ist auch nicht gänzlich auszuschließen, dass die Nutzer/innen von E-Zigaretten zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin mit dem Rauchen von konventionellen Zigaretten begonnen hätten." Kausale Schlussfolgerungen sind aufgrund des Studiendesigns nicht möglich. Warum ignorieren Sie das? Außerdem wurde der Gateway-Effekt bereits auf vielen Ebenen widerlegt. Diese Hypothese ist inzwischen generell umstritten. Sogar bei Psychologin Prof. Dr. Denise B. Kandel, der "Erfinderin" der Gateway Theorie. Kennen Sie die Erhebung von Prof. Dr. Linda Bauld aus dem Jahr 2017? In Ihrer Studie wurden über drei Jahre hinweg Daten von 600.000 Schülern gesammelt und verglichen. Es zeigte sich dabei, dass nur zwischen 0,1% und 0,5% der Jugendlichen anfangen zu dampfen, ohne davor geraucht zu haben. Und dass eine Bewegung von der E-Zigarette zu einem dauerhaften Tabak Konsum de facto nicht vorhanden ist. Ich bin überaus enttäuscht, dass selbst ein Medium wie das Ärzteblatt, solche im höchsten Maß fragwürdigen Artikel verfasst und dabei erheblich zur negativen Meinung der Öffentlichkeit beiträgt.
KickAssAngel
am Donnerstag, 5. April 2018, 09:36

Sehr fragwürdiger Beitrag

Haben Sie sich wirklich mit der Studie beschäftigt? Mir scheint es, als beruht ihr Artikel lediglich auf der Einleitung der Studie. Haben Sie bei Ihrem Zitat von Herrn Hanewinkel absichtlich den nachfolgenden Satz weggelassen? Dort sagt dieser nämlich unmissverständlich: "Die 6-monatige Beobachtungszeit erlaubt keine Aussage darüber, ob die Nutzung von E-Zigaretten mit der Entwicklung von Tabakabhängigkeit verbunden ist." Geht es noch eindeutiger? Ja! Denn weiter heißt es: "Die Gateway-Hypothese lässt sich aus ethischen Gründen nicht mittels experimenteller Anordnung untersuchen. Beobachtungsstudien sind generell anfälliger für systematische Verzerrungen als randomisierte klinische Studien und erlauben keine unmittelbaren kausalen Schlussfolgerungen." Außerdem: "Es ist auch nicht gänzlich auszuschließen, dass die Nutzer/innen von E-Zigaretten zu einem späteren Zeitpunkt ohnehin mit dem Rauchen von konventionellen Zigaretten begonnen hätten." Kausale Schlussfolgerungen sind aufgrund des Studiendesigns nicht möglich. Warum ignorieren Sie das? Außerdem wurde der Gateway-Effekt bereits auf vielen Ebenen widerlegt. Diese Hypothese ist inzwischen generell umstritten. Sogar bei Psychologin Prof. Dr. Denise B. Kandel, der "Erfinderin" der Gateway Theorie. Kennen Sie die Erhebung von Prof. Dr. Linda Bauld aus dem Jahr 2017? In Ihrer Studie wurden über drei Jahre hinweg Daten von 600.000 Schülern gesammelt und verglichen. Es zeigte sich dabei, dass nur zwischen 0,1% und 0,5% der Jugendlichen anfangen zu dampfen, ohne davor geraucht zu haben. Und dass eine Bewegung von der E-Zigarette zu einem dauerhaften Tabak Konsum de facto nicht vorhanden ist. Ich bin überaus enttäuscht, dass selbst ein Medium wie das Ärzteblatt, solche im höchsten Maß fragwürdigen Artikel verfasst und dabei erheblich zur negativen Meinung der Öffentlichkeit beiträgt.
rp__bt
am Mittwoch, 4. April 2018, 20:08

Wirklich?

Ich kenne niemanden, der E-Zigaretten cool findet. Dagegen einige Leute, die E-Zigaretten paffen, um nicht mehr echt rauchen zu müssen, da E-Zig. zwar Nikotin, aber keinen Teer enthalten. Die derzeitige Flut von Artikeln über die Gefahren der E-Zig. stimmt mich sehr skeptisch.

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