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Internisten warnen vor Mangel- und Fehlernährung im Alter

Donnerstag, 5. April 2018

/dpa

Wiesbaden/Mannheim – Auf die besonderen Erfordernisse bei der Ernährung von alten Menschen weist die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hin. „Senioren über 70 sind körperlich meist nicht mehr so aktiv wie in jüngeren Jahren, Grundumsatz und Kalorienbedarf sinken, der Appetit nimmt ab. Dennoch bleibt der Bedarf an Vitaminen und Spurenelementen unverändert hoch“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Jenseits des 70. Lebensjahres sollte die Ernährung laut der DGIM so ausgelegt sein, dass das Körpergewicht weitgehend stabil bleibe. Eine starke Gewichtsabnahme betreffe bei Senioren überwiegend die Muskeln und berge die Gefahr einer Sarkopenie in sich, also eines übermäßigen Verlusts an Muskelmasse und -kraft. In der Folge nähmen die Sturzneigung und das Frakturrisiko zu.

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„Muskelmasse, die einmal abgebaut ist, kann im Alter nur schwer wieder antrainiert werden“, warnte Jürgen Bauer, Ärztlicher Direktor des Agaplesion Bethanien Krankenhauses Heidelberg. Senioren sollten daher frühzeitig etwas gegen den Muskelabbau tun – zum einen durch Bewegung, zum anderen durch eine gute Proteinversorgung. Um diese zu gewährleisten, sollten Senioren täglich 1,0 bis 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen. Wenn die Muskelmasse bereits stark abgenommen habe, empfiehlt der Geriater sogar 1,4 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Besonders deutlich würden die Besonderheiten des Alters auch am Beispiel des Vitamin D, das bekanntlich für den Kalziumhaushalt und den Knochenaufbau wichtig sei. Der Körper könne das Vitamin zwar selbst herstellen, benötige hierfür aber den UV-B-Anteil des Sonnenlichts.

Bei Senioren kommen laut der DGIM zwei Probleme zusammen: Zum einen könne gealterte Haut weniger Vitamin D produzieren, zum anderen hielten sich ältere Menschen in der Regel weniger oft im Freien auf – besonders, wenn sie pflege­bedürftig oder bettlägerig seien. „Dann ist es unmöglich, den Bedarf aus natürlichen Lebensmitteln zu decken“, sagte Bauer und rät Senioren daher zur Einnahme von Vitamin D-Präparaten. © hil/aerzteblatt.de

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