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Medizin

Herzinfarkt: Keine Geschlechter­unterschiede bei Sterblichkeit und Therapie

Montag, 9. April 2018

/Axel Kock, stock.adobe.com

Mannheim – Berücksichtigt man Alter und Risikofaktoren, dann haben Frauen keine höhere Sterblichkeit nach einem Herzinfarkt als Männer. Auch bei der Akuttherapie gibt es keine Unterschiede. Das zeigt eine aktuelle Analyse, die auf der Jahrestagung  der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim präsentiert wurde.

Mittels risikoadjustierter Analyse des Datensatzes 2013 der externen Qualitäts­sicherung des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) wurde untersucht, ob statistisch signifikante Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei der Krankenhausmortalität bei ST-Hebungsinfarkt (STEMI) mit perkutaner Koronar­intervention (PCI) bestehen.

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In einer Reihe von Studien wurde über eine höhere Mortalität nach Herzinfarkt von Frauen im Vergleich zu Männern berichtet (Chest 2004, Am J Cardiol 2006, J Investig Med 2006). Ein immer wieder herangezogener Erklärungsansatz ist, dass dabei Unterschiede bei der Akutbehandlung eine Rolle spielen könnten.

Warum Herzinfarkte bei Frauen anders verlaufen

Dallas – Frauen erkranken aus anderen Gründen als Männer an einem Herzinfarkt. Ihre Symptome sind schwerer zu erkennen und auch in der Behandlung und Nachsorge gibt es Unterschiede, die leicht zu einer höheren Sterblichkeit führen können. Die American Heart Association hat die Gender-Unterschiede in Circulation (2016; doi: 10.1161/CIR.000000000000035116) zusammengefasst. 

In der aktuellen Analyse wurden Daten von 8.938 Frauen und 23.241 Männern untersucht. Die beiden Gruppen unterschieden sich statistisch signifikant in zahlreichen Variablen, einschließlich der Krankenhausmortalität, die 10,8 % bei Frauen und 7,1 % bei Männern betrug. „Der Unterschied in der Sterblichkeit kann zu einem Großteil durch den Altersunterschied zwischen Frauen und Männern erklärt werden“, sagt Kurt Bestehorn von der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, einer der Studienautoren. „Hinsichtlich der in den Kliniken durchgeführten Prozeduren ergaben sich keine Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern.“

Intraprozedurale Ereignisse waren bei beiden Geschlechtern mit jeweils insgesamt 0,3 % gleich häufig, darunter Reanimation mit 0,1 % und Tod im Katheterlabor mit 0,02 %. Auch bei den postprozeduralen Ereignissen wie Myokardinfarkt (jeweils 0,1 %), transitorische ischämische Attacke oder Schlaganfall (0,2 % bei Frauen; 0,1 % bei Männern), Reanimation (jeweils 0,6 %) und der Krankenhaussterblichkeit (4,1 % bei Frauen und 3,6 % bei Männern) zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede. © gie/idw/aerzteblatt.de

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