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Ärzteschaft

Transplantation weiterhin Goldstandard im Endstadium der Herzinsuffizienz

Freitag, 6. April 2018

/dpa

Mannheim – Trotz neuer technischer Möglichkeiten der Herzunterstützung bleibt die Transplantation der Goldstandard im Endstadium einer Herzinsuffizienz. Das berichtete Friedhelm Beyersdorf von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) auf der 84. Jahrestagung der Fachgesellschaft in Mannheim.

Sei eine Herztransplantation nicht möglich, bleibe nur die Behandlung mit Kunstherzen. „Die Bezeichnung ist irreführend, denn in 99,9 Prozent der Fälle werden Herzunterstützungssysteme verwendet, die das natürliche Herz nicht ersetzen“, erklärte Beyersdorf. Am häufigsten komme das Linksherzunterstützungssystem zu Einsatz. Dabei werde das Blut aus der linken Herzkammer in eine kleine Turbine geleitet, die es in die Hauptschlagader pumpe. Somit übernehme das Gerät die Funktion der linken Herzkammer. „Mit solchen Herzunterstützungssystemen leben viele Menschen dauerhaft“, so der Experte.

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Das Rechtsherzunterstützungssystem sei hingegen meist nur für kurze Zeit gedacht und werde daher in der Regel auf dem Bauch platziert. Arbeiteten beide Herzkammern schlecht, verwendeten die Ärzte ein „Bi Ventricular Assist Device“. Dabei werde die Herzunterstützung für die linke Kammer in das Herz eingebaut, während die Unterstützung für die rechte Kammer für drei bis vier Wochen am Bauch befestigt werde. „Arbeitet die linke Kammer schlecht, so staut das Blut in die Lunge zurück. Die rechte Kammer wird dadurch noch mehr beansprucht und schafft die notwendige Pumpleistung nicht mehr. Durch die Unterstützung der linken Kammer erholt sich zumeist die rechte wieder und benötigt keine Unterstützung mehr“, betonte Beyersdorf.

Er betonte, ein wirkliches Kunstherz sei technisch die letzte Option. Weltweit existiere nur ein zugelassenes System, mit dem Patienten bis zu zwei Jahre leben könnten. Dabei werde das ganze Herz entnommen und durch ein künstliches ersetzt. „Es gibt allerdings nur wenige Gründe für diese Behandlung, etwa wenn nach einem sehr starken Herzinfarkt die Herzkammer zu bröckelig ist, um ein Herzunterstützungssystem zu verwenden. Sinnvoll kann ein Kunstherz auch bei schweren Herzmuskelent­zündungen sein, oder wenn ein transplantiertes Herz abgestoßen wird und wieder entfernt werden muss“, so Beyersdorf.

Kunstherzen seien immer nur eine Überbrückung bis zur Transplantation, betonte er. „Deutschland hat allerdings ein großes Problem, weil es zu wenig Spender gibt“, sagte der Herzspezialist. 2017 habe es in Deutschland nur 248 Herztransplantationen gegeben. „Das heißt, die Herztransplantation ist bedauerlicherweise nur für wenige Patienten eine Option“, so der DGK-Experte. © hil/aerzteblatt.de

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