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Praktisches Jahr: Liste gibt Aufschluss über Vergütung von Lehrkrankenhäusern

Freitag, 6. April 2018

/dpa

Berlin – Mit einer neuen „PJ-Liste“ will der Hartmannbund Medizinstudierenden bei der Stellensuche für das praktische Jahr (PJ) eine Orientierungshilfe bieten. Die Liste gewährt Aufschluss über die „Zahlungsmoral“ von 768 Lehrkrankenhäusern in Deutschland und führt die Sachleistungen der einzelnen Kliniken auf. Die Medizin­studierenden im Hartmannbund kämpfen seit geraumer Zeit für eine faire und bundesweit einheitliche Entlohnung des PJ in Höhe des BAföG-Satzes. Dieser liegt aktuell bei monatlich 735 Euro liegt.

„Die Liste soll aber nicht nur Entscheidungshilfe sein. Sie soll auch den Druck auf Lehrkrankenhäuser erhöhen, die es noch immer nicht für notwendig halten, die im Praktischen Jahr erbrachten Leistungen angemessen zu würdigen“, sagte Christian Wolfram, Vorsitzender des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, heute in Berlin. Laut Wolfram ist der Anteil der Lehrkliniken, die mehr als 400 Euro bezahlen, seit der letzten Erhebung im Jahr 2015 zwar um gut vier Prozent gestiegen, „echtes Licht am Ende des Tunnels ist aber nicht erkennbar“, so der Ausschuss­vorsitzende. 147 Kliniken würden überhaupt keine Aufwandsentschädigung zahlen.

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Gerade in attraktiven Metropolen wird häufig überhaupt keine Aufwandsentschädigung gezahlt. So arbeiten in 39 der 43 Berliner Lehrkrankenhäuser die PJ-ler kostenlos, in München werden die Nachwuchsärzte nur in 24 der 60 Lehrkrankenhäuser entlohnt. „Die Bezahlung im PJ ist häufig leider noch immer eine Frage von Angebot und Nachfrage. Dort, wo es einen erkennbaren Andrang bei der Bewerbung um PJ-Plätze gibt, sitzen die Kliniken das Thema Vergütung aus, dort wo Mangel herrscht, ist die Bereitschaft zu zahlen deutlich höher“, so Wolfram.

Der Deutsche Ärztetag hatte bereits 2014 den Gesetzgeber und die verantwortlichen Ausbildungsstätten, Universitätskliniken und Krankenhäuser aufgefordert, allen Studierenden im praktischen Jahr eine angemessene Aufwandsentschädigung zu zahlen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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Avatar #539999
klausenwächter
am Sonntag, 8. April 2018, 09:42

Vorbereitung auf die Selbstausbeutung

Mit dem Zusatz "im Praktikum" wird der Midestlohn unterlaufen. In der darauf folgenden Weiterbildung muß der Arzt krankheitsbedingte Fehlzeiten nacharbeiten.
LNS

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