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Politik

IQWiG sieht keine Grundlage für Depressions­screening

Freitag, 6. April 2018

/VadimGuzhva, stock.adobe.com

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat Vor- und Nachteile von Depressionsscreenings untersucht, konnte jedoch keinen eindeutigen Nutzen nachweisen. Das Institut sieht deshalb laut des jetzt vorgelegten Vorberichts keine Grundlage für eine Einführung der Screenings. Bis zum 4. Mai dieses Jahres können Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben werden.

Bei den Screeningtests handelt es sich um Fragebögen, die von den Patienten selbst ausgefüllt werden – mit oder ohne Unterstützung durch medizinisches Personal. Diese Tests können Hinweise auf die Erkrankung geben, sind jedoch kein Ersatz für eine Diagnose.

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Und obwohl sie eine frühzeitige Diagnose erleichtern und damit die Behandlungsmög­lichkeiten verbessern können, bergen sie laut IQWiG auch Gefahren. So könnten beispielsweise falsch-positiver Ergebnisse, Betroffene unnötig belasten sowie Patien­ten mit leichten Depressionen unter Umständen unter den Nebenwirkungen von Psychopharmaka leiden, die sie eigentlich gar nicht brauchten.

Bei knapp 12 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland wird im Laufe ihres Lebens eine Depression diagnostiziert. Aktuelle Leitlinien sehen vor, dass diese zumindest ärztlich aktiv beobachtet wird. In der Regel werden Patienten mit Medikamenten oder Psychotherapie oder einer Kombination aus beiden behandelt.

© hil/sb/aerzteblatt.de

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