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Politik

Bundestags­abgeordnete planen Rauchverbot in Autos mit Kindern

Montag, 9. April 2018

/Matthias, stockadobecom

Saarbrücken – Bundestagsabgeordnete von Union und SPD planen ein Rauchverbot in Autos mit Kindern nach österreichischem Vorbild. Der SPD-Abgeordnete Lothar Binding sagte der Saarbrücker Zeitung, er werde eine entsprechende Initiative im Rahmen eines fraktionsübergreifenden „Nichtraucher-Frühstücks“ vorschlagen. „Viele Leute brauchen offenbar ordnungspolitische Vorgaben, damit sie ihre eigenen Kinder schützen.“

Der CDU-Abgeordnete Rudolf Henke kündigte an, einen solchen Vorstoß zu unterstützen. Zwar zeigten die meisten Raucher sich ihrer Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen bewusst und verzichteten auf die Zigarette im Auto, sagte Henke der Saarbrücker Zeitung. Aber manche ignorierten die Gefährdung des Kindes­wohls und das schwerwiegende Risiko für die Gesundheit noch immer. „Dann hat der Schutz der Gesundheit für mich einen höheren Stellenwert als die Freiheit zur Ignoranz.“

Ärzte fordern Verbot schon lange

Ein solches Rauchverbot fordern Kinder- und Jugendärzte seit Langem. Der vergangene Deutsche Ärztetag hatte dies in einem Beschluss ebenfalls angemahnt. Hintergrund des Vorstoßes ist das Rauchverbot im Auto bei Fahrten mit Minderjährigen in Österreich ab dem 1. Mai. Dies hat auch Unterstützung bei der Drogenbeauftragten der Bundesregierung gefunden.

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„Rauchen im Auto im Beisein von Kindern ist ein Unding“, sagte auch die Drogen­beauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), der Passauer Neuen Presse und begrüßte die Entscheidung im Nachbarland. „Ich finde es richtig und wichtig, dass die Kollegen in Österreich das Thema Rauchen im Auto mit ihrem Vorstoß erneut auf die Agenda gesetzt haben. Wir tun das auch.“

Die Drogenbeauftragte kündigte außerdem an, sich in dieser Legislaturperiode erneut für ein Tabak-Außenwerbeverbot einzusetzen. Dass der Bundestag einen entsprechenden Gesetzentwurf in den vergangenen Jahren nicht verabschiedet hat, habe sie „sehr geärgert“.

Unterstützung für Mortler signalisierte der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. „Das Tabakwerbeverbot muss in Deutschland sofort umgesetzt werden“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Tabakwerbung richte sich direkt an Kinder und Jugendliche, junge Menschen seien die „wertvollsten Kunden“ für die Tabakindustrie. Die Regierung müsse die Kinder schützen. „Es spricht nichts dagegen – mit Ausnahme des Drucks der Tabakindustrie.“

Im neuen Koalitionsvertrag taucht das Tabakwerbeverbot allerdings nicht mehr auf. Lauterbach führt dies auf die Einflussnahme seitens der Tabakwirtschaft zurück. „Der Druck der Lobbygruppen scheint in diesem Fall besonders bei der Fraktionsspitze von CDU und CSU zu fruchten“, sagte er. Der SPD-Politiker forderte Bundesgesundheits­minister Jens Spahn (CDU) auf, „sich genauso stark für ein Tabakwerbeverbot einzusetzen wie sein Vorgänger“ Hermann Gröhe (CDU). © afp/may/aerzteblatt.de

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Titania Vertrieb
am Dienstag, 10. April 2018, 10:26

Rauchverbot in Autos, nicht nur in Anwesenheit von Kindern, die Ultima Ratio !!!

In den letzten Jahren "reagieren" deutsche Politiker/innen nur noch reflexartig auf sinnvolle Gesetzesvorhaben in z.B.Nachbarländern, wie Österreich. Selbst sind deutsche Politiker "statisch" und wenig kreativ. Dies zeigt auch das Rauchverbot in Autos bei Anwesenheit von Kindern! Dies wirft allerdings die grundsätzliche Frage auf erwachsene Mitfahrer/innen sind NICHT schutzbedürftig?? Autofahrer die während der Fahrt rauchen, und dies ist jedem bewußt, halten dabei das Lenkrad NUR mit einer Hand fest. Dies stellt eine stetige akute Gefahr anderer Verkehrsteilnehmer dar, oder etwa nicht?? Im übrigen kann jeder aufmerksame Verkehrsteilnehmer immer wieder beobachten, die Raucher am Lenkrad öffnen Fahrerfenster des Autos und werfen die Zigarettenkippe hinaus. Dabei ist oft zu beobachten die Glut der Zigarettenkippe fliegt durch den Fahrtwind ins Autoinnere, z.B.in die Augen des Fahrers. Diese "Standardsituation" gefährdet direkt und massiv andere Verkehrsteilnehmer. Die Raucher am Steuer sind nur noch damit beschäftigt die Zigarettenglut in den Griff zu bekommen.
Im Interesse aller Verkehrsteilnehmer ist zwingend ein generelles Rauchverbot am Steuer die Ultima Ratio ! Es gibt KEINE Alternative hierzu , basta...Unfälle (Schäden) durch Raucher sollten von der Autoversicherung NICHT abgedeckt werden. Hohe Bußgelder könnten zusätzlich abschreckend wirken.
Appelle an die Vernunft waren und sind meist erfolglos!! lieder
santantimo
am Dienstag, 10. April 2018, 06:09

Rauchverbot in Gegenwart von Kindern

Die Mühlen gehen anderswo, z.B. in Österreich, schon erheblich schneller. Und wann das längst überfällige Rauchverbot in Gegenwart von Kindern, in Deutschland umgesetzt werden wird, steht in den Sternen. Die Lobbyisten der Tabakindustrie in Berlin und in Brüssel haben da ein Wort mitzureden.

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