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Viele Kleinstädte verlieren Funktion als regionale Zentren

Montag, 9. April 2018

/dpa

Leipzig – Viele Kleinstädte vor allem in Ostdeutschland haben ihre Funktion als regionale Zentren verloren. In fast jeder dritten deutschen Stadt mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern verschlechterte sich das Angebot öffentlicher Dienstleistungen seit der Jahrtausendwende, wie eine heute veröffentlichte Untersuchung des Leibniz-Instituts für Länderkunde (IfL) in Leipzig zeigt.

Vor allem Kleinstädte im Osten seien von der Schließung wichtiger Einrichtungen in den Bereichen Verwaltung, Bildung, Kultur und Gesundheitswesen betroffen. Indikatoren waren unter anderem die Existenz von Amtsgerichten und Kreis­verwaltungen, Gymnasien und Volkshochschulen sowie Krankenhäusern. Die Autoren führen dies zu einem guten Teil auf die jüngsten Kreisgebietsreformen zurück.

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Hessen und Mecklenburg-Vorpommern betroffen

In Mecklenburg-Vorpommern erlebten die Kleinstädte demnach den deutschlandweit stärksten Bedeutungsverlust. In dem ländlich geprägten Bundesland verloren zwei Drittel der Städte zwischen 10.000 und 20.000 Einwohnern ihren Kreissitz, viele Amtsgerichte wurden geschlossen. Aber auch Hessen gehört im Ländervergleich demnach zu den Verlierern. In hessischen Städten verringerte sich die Zahl der Amtsgerichte um die Hälfte und die Zahl der Gymnasien um ein Drittel.

Die Forscher bezogen bundesweit 478 Kleinstädte in ihre Studie ein und verglichen sie mit Daten von 2001. 148 dieser Kommunen verloren demnach in den vergangenen Jahren an Bedeutung. Lediglich 46 Städte verzeichneten einen Bedeutungsgewinn. Für 269 Städte ergab sich keine Veränderung.

Ihre Funktion als regionale Zentren konnten vor allem Kleinstädte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg stärken, hauptsächlich durch den Ausbau von Bildungseinrichtungen.

Der Wegfall wichtiger Versorgungsangebote in Kleinstädten beruht den Forschern zufolge zu einem Großteil auf politischen Entscheidungen. Sie stünden oft im Widerspruch zu der wichtigen gesellschafts­politischen Aufgabe, gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen herzustellen. Dazu sei es notwendig, die Lebensqualität in den Kleinstädten zu fördern. © afp/may/aerzteblatt.de

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