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Ärzteschaft

Weiterer Anbieter für elektronischen Praxisausweis der Zahnärzte erhält Genehmigung

Montag, 9. April 2018

/Heiko Barth, stockadobecom

Berlin – Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat mit T-Systems einen zweiten Anbieter für die Ausgabe von elektronischen Praxisausweisen (SMC-B) an Zahnarztpraxen zugelassen. Bisher hatte lediglich die Bundesdruckerei die Erlaubnis dafür. Die SMC-B-Ausweise werden auch Institutionsausweis genannt und dienen der gesicherten Anmeldung an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI). Sie sind ein Baustein für den gesetzlich vorgesehenen Aufbau des digitalen Gesundheits­netzwerkes. Praxen können den Ausweis über das Portal der für sie zuständigen Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) beantragen.

„Von dem neuen Anbieter erhoffen wir uns mehr Wettbewerb und mehr Bewegung in der Preisgestaltung der Praxisausstattung für die Anbindung an die TI“, sagte heute der für die TI zuständige stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende Karl-Georg Pochhammer. Er betonte, das Angebot an technischen Komponenten habe sich bisher „leider verhaltener entwickelt, als angenommen“.

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KZBV für Fristverlängerung

Der Anschluss von bundesweit rund 45.000 Zahnarztpraxen an die TI ist laut KZBV in dem gesetzlich vorgesehenen Zeitplan für den Rollout aufgrund von Versäumnissen der Industrie nicht zu halten. Der Grund ist vor allem, dass es für die Konnektoren nach wie vor nur einen einzigen Hersteller gibt. Dass bis Ende des Jahres alle Praxen mit einer ausreichenden Zahl an Konnektoren ans Netz gehen können, hält die KZBV daher für nahezu ausgeschlossen.

Erfolgt die Anbindung an die TI allerdings nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Fristen, sieht das E-Health-Gesetz finanzielle Sanktionen für die Praxen in Form von Honorarabschlägen vor. Nach aktuellem Stand muss das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) aber ab dem 31. Dezember 2018 in allen Praxen möglich sein. Die KZBV hält eine Fristverlängerung für unumgänglich – mindestens bis zum 1. Juli 2019, idealerweise aber bis zum 31. Dezember 2019. Man könne die Zahnärzte nicht für Fehler der Industrie verantwortlich machen, so die KZBV.

Pochhammer kündigte zudem an, dass die Pauschalen für die Finanzierung der Ausstattung für den TI-Anschluss aufgrund der seit Beginn des 2. Quartals bestehenden Unterdeckung neu festgelegt werden müssen. Um angesichts der aktuellen Marktsituation eine für die Praxen grundsätzlich kostendeckende Finanzierung herzustellen, laufen derzeit Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband.

Die KZBV steht mit ihrer Kritik nicht allein. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte sich zuletzt wiederholt für eine Fristverlängerung ausgesprochen und neue Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband eingefordert. © may/EB/aerzteblatt.de

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