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Ausland

Ärzte für Behandlungsstopp von Komapatient Lambert

Dienstag, 10. April 2018

Reims – Neues Kapitel im Fall des langjährigen Komapatienten Vincent Lambert: Das medizinische Team des Krankenhauses CHU Reims hat sich für einen Behandlungs­stopp ausgesprochen. „Alles wurde nach den Regeln gemacht; es wird keine neue Expertise gebraucht“, sagte Lamberts Neffe Francois Lambert laut französischen Medienberichten.

Seit Jahren streiten Familienangehörige über das Schicksal Lamberts. Während sich seine Frau Rachel, die die Vormundschaft hat, ebenso wie Neffe Francois für eine Einstellung der künstlichen Ernährung einsetzt, sind die Eltern des Patienten dagegen. Ein Behandlungsstopp hätte seinen Tod zur Folge. Der 41-jährige Lambert ist seit einem Motorradunfall 2008 querschnittsgelähmt und liegt im Koma.

Im Juni 2014 hatte das oberste Verwaltungsgericht in Frankreich zunächst einen Abbruch der Behandlung angeordnet. Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof bestätigte diese Entscheidung im Juni 2015. Als sich das medizinische Team des Krankenhauses CHU Reims weigerte, die Behandlung einzustellen, ordnete der Gerichtshof in Nancy eine weitere Konsultation darüber an. Diese fand nun unter Leitung des Arztes Vincent Sanchez statt. Die Eltern hatten versucht, rechtliche Schritte dagegen einzulegen, wurden aber abgewiesen.

Einige Minuten nach der Bekanntgabe kritisierte eine Organisation mit dem Namen „Freunde von Vincent Lambert“ das Votum der Ärzte als „skandalöse Sterbehilfe­entscheidung“. Es werde Auswirkungen auf Hunderte Patienten haben, die in einem ähnlichen Zustand wie Lambert seien. Laut dem sogenannten Claeys-Leonetti-Gesetz kann in Frankreich ein medizinisches Team über einen Behandlungsstopp eines Patienten entscheiden. © kna/aerzteblatt.de

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