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Nach Amokfahrt von Münster noch vier Verletzte in Lebensgefahr

Dienstag, 10. April 2018

/dpa

Münster – Nach der Amokfahrt von Münster mit zwei Todesopfern schweben noch vier der Schwerverletzten in Lebensgefahr. Zwei Patienten werden in lebensbedrohlichem Zustand im Universitätsklinikum Münster behandelt, zwei weitere Patienten im Münsteraner Clemenshospital, wie Sprecher der Kliniken heute mitteilten. Sieben der 25 Verletzten wurden heute weiter im Universitätsklinikum Münster behandelt.

Der als psychisch labil eingestufte Jens R. hatte am Samstagnachmittag in der belebten Altstadt von Münster seinen Campingbus in eine Menschengruppe vor einer Traditionsgaststätte gesteuert. Dabei wurden eine 51-jährige Frau und ein 65-jähriger Mann getötet. Nach der Amokfahrt richtete sich der 48-jährige Deutsche selbst. Nach Erkenntnissen der Ermittler handelte der Täter in Suizidabsicht. R. habe jedoch entgegen anderslautenden Berichten im Zeitraum vor der Tat diese eindeutige Absicht zur Selbsttötung „weder dargelegt noch gegenüber Dritten geäußert“, erklärten die Ermittler gestern Abend.

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Täter war beim sozialpsychiatrischen Dienst Münster bekannt

In einer Mitteilung vom Sonntag hatten Polizei und Staatsanwaltschaft von „vagen Hinweisen auf suizidalen Gedanken“ des späteren Täters in einer E-Mail von Ende März berichtet. In der E-Mail habe es aber „keinerlei Anhaltspunkte für die Gefährdung anderer Personen“ gegeben.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) zeigte sich unterdessen überzeugt, dass die Behörden die Amokfahrt des Manns nicht vorhersehen konnten. Zwischen R. und dem sozialpsychiatrischen Dienst Münster habe es 2015 und 2016 „sporadische Kontakte“ gegeben, erklärte Lewe. „Zwischen Dezember 2016 und März 2018 gab es keine weiteren Kontakte, und es lagen auch keine Hinweise von Dritten vor.“

Den nächsten Kontakt habe es am 27. März dieses Jahres gegeben, als R. unangemeldet erschienen sei. „Er legte ein umfangreiches, von ihm selbst verfasstes Schreiben vor und bat darum, es seiner Akte beizufügen“, sagte Lewe. Im Gespräch und aus dem Inhalt des Schreibens hätten sich „keinerlei Hinweise auf eine unmittelbar drohende Suizidgefahr oder Fremdgefährdung“ ergeben, betonte der Oberbürgermeister. Am 29. März 2018 habe R. er eine Kopie desselben Schreibens in der Verwaltungsabteilung des Gesundheitsamts abgegeben – auch bei diesem kurzen Kontakt hätten sich keine Hinweise auf eine akute Eigen- oder Fremdgefährdung ergeben, hieß es.

Der Kölner Stadt-Anzeiger hatte zuvor berichtet, der vormals beruflich erfolgreiche Industriedesigner R. sei am 29. März bei der Psychiatrieanlaufstelle der Stadt Münster aufgetaucht. Er habe um ein Gespräch mit seinem Betreuer gebeten, der sich aber im Urlaub befand. R. habe das Haus verlassen, die Behörde habe offenbar nichts von seinen Suizidabsichten erfahren. © afp/aerzteblatt.de

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