NewsÄrzteschaftZi widerspricht Behauptung zum Arzteinkommen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Zi widerspricht Behauptung zum Arzteinkommen

Dienstag, 10. April 2018

/Gina Sanders, stock.adobe.com

Berlin – In der Diskussion um die Ausweitung der Sprechstundenzeiten von niedergelassenen Ärzten hat das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) jetzt Behauptungen des GKV-Spitzenverbands widersprochen.

Dessen Pressesprecher Florian Lanz hatte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag erklärt: „Aus den Portemonnaies der Beitragszahler erhält im Durchschnitt jede Arztpraxis 380.000 Euro pro Jahr. Für das viele Geld kann man eine Mindestsprechstundenzahl von 25 Stunden pro Woche wohl kaum als übertrieben bezeichnen.“ Lanz reagierte damit auf Forderungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Ärzte müssten für mehr Sprechstundenzeiten auch mehr Geld erhalten.

„Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen im Durchschnitt keine 380.000 Euro pro Jahr an jede Arztpraxis. Diese Zahl entspricht den durchschnittlichen Gesamteinnahmen einer Gemeinschaftspraxis, in der zwei und mehr Ärzte tätig sind, aus dem Jahr 2015“, sagte jetzt Zi-Geschäftsführer Dominik von Stillfried.

Anzeige

Aber nur etwa 33 Prozent aller Praxen seien Gemeinschaftspraxen. „Ein Arzt in Einzelpraxis hatte laut Zi-Auswertungen im Jahr 2015 lediglich GKV-Einnahmen von durchschnittlich 210.600 Euro, dies entspricht 76 Prozent aller Einnahmen. Der GKV-Anteil bei Gemeinschafts­praxen lag lediglich bei 276.500 Euro“, so von Stillfried.

Er wies darauf hin, dass die niedergelassenen Ärzte von diesen Einnahmen sämtliche Kosten für den Praxisbetrieb bestreiten müssten, also Gehälter, Miete, Geräte-, Material- und IT-Kosten sowie Versicherungen. Von dem verbleibenden Anteil gingen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern ab. „Bei einem Praxisinhaber verbleiben so nach durchschnittlich über 50 Wochenstunden Arbeit rund 80.000 Euro pro Jahr als verfügbares Einkommen“, rechnete von Stillfried vor.

Die schwarz-rote Koalition plant, die Sprechzeiten für Kassenpatienten von bisher 20 auf 25 Stunde pro Woche auszuweiten, damit sie schneller an Termine kommen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) bekräftigte, es gehe um ein „Bündel von Maßnahmen“, um Wartezeiten für gesetzlich Versicherte zu verkürzen. „Einerseits es für Ärzte attraktiver machen, Patienten schneller dranzunehmen; andererseits aber auch das Angebot für die Patienten ausweiten“, sagte er dem Sender NDR Info. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

20. Juli 2018
Ahaus – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) stellt Ärzten, die durch „zusätzliche offene Sprechstundenzeiten“ Patienten ohne Terminvergabe behandeln, höhere Vergütungen außerhalb der Budgets in
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter stellt für mehr Sprechstunden höhere Vergütung in Aussicht
20. Juli 2018
Berlin – Die Vertragsärzte sollen nach dem Willen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) künftig verpflichtend offene Sprechstunden anbieten. Dafür soll es mehr Geld geben. Die Ankündigung des
Offene Sprechstunde: Ärzte befürchten Chaos in den Praxen
19. Juli 2018
Köln – Die physiotherapeutische Patientenversorgung in Deutschland ist gefährdet. Das geht aus einer Onlinebefragung des Deutschen Verbandes für Physiotherapie (ZVK) und des Verbandes Physikalische
Patienten müssen auf Physiotherapietermin lange warten
18. Juli 2018
Berlin – Um die ärztliche Versorgung zu verbessern, hat Karl Lauterbach, Vize-Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, heute ein dreiteiliges Paket vorgeschlagen. Dabei sollen Fachärzte, die
Lauterbach plädiert für Pauschalen bei Facharztkontakten
18. Juli 2018
Berlin – Die AfD-Fraktion im Bundestag hat in einem Antrag gefordert, die Budgetierung für Ärzte abzuschaffen. Die niedergelassenen Mediziner müssten das Recht haben, ihren Beruf uneingeschränkt
AfD fordert Abschaffung der Budgetierung
11. Juli 2018
Weimar – Patienten können bei fehlenden freien Terminen nicht mehr darauf setzen, von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen direkt einem Augenarzt zugewiesen zu werden. Eine Frist, gegen die
Thüringen: Patienten werden nicht mehr zwangszugewiesen
10. Juli 2018
Düsseldorf – Das Honorar der niedergelassenen Ärzte in Nordrhein steigt in den Jahren 2017 und 2018 um zusammen rund 176 Millionen Euro. Darauf haben sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV)

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Anzeige

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER